120
Geistliche Oden oder Lieder.
Ihre Morgen-Gaben wär;phillis, die an Geist und GliedernGleiche Krafft und Schönheit trägt,Und, die Treue zu erwiedern,
Sich schon kranck darnieder legt.Holde Liehe, sey gesegnet!
Geh zur phillis, sprich ihr zu,
Daß sie, wenn ihr Antlitz regnet,
Nur nicht gar zu hefftig thu.
Sprich: ihr Hertz und AngedenckenHab ein grosses Theil von mir;
Wird man denn auch sie verseuchen,Sterb ich noch einmahl in ihr.
Sage, du begriffne Leyer!
Wem ich dich vermachen darf;Tausend wünschen dich ins Feuer;
Denn du rasselst allzu scharst.
Soll ich dick nun lodern lassen?
Nein! dein niemahls fauler KlangLieß mich vfft ein Hertze fassen,
Und verdienet bessern Danch.
Soll ich dich dem Phöbus scheuchen?
Nein! du bist ein schlechter Schmuck,Und an Helicon zu henchenNoch nicht ausgespielt genug,tppitz würde dich beschämen,
Llemming möchte widersteh«.
Mg dich doch die Wahrheit nehmen,Und mit dir Hausiren gehn!
Auf, mein Geist! nun fällt der KummerEher, als du selbst geglaubt.
O was vor ein fanffter SchlummerWarm auf mein müdes Haupt?Swlher Neid, hör auf zu pochen!
Oder bist du noch nicht satt,
O so friß an meinen Knochen,
Und verschone dieses Blat!
Andres