Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Weltliche Oden oder Lieder.

Acht wär' Eugen sein Lob-Gejang;

Jetzt spräch err Cäsar, habe Danck!

So glücklich hast du mich vertrieben.

Die Freude zieht sich weit herein,

Und wächst mir Meilen und in Städten,

Die unter Thau und SonnenscheinVor Leopolds Geschlechte beten.

Der Tempel raucht von Heilger Pflicht,

Die Priester tragen Recht und Licht,

Und liegen vor den Danck-Mären.

Vornemlich sieht das hohe WienDie Opffer-Flammen aufwärts ziehtt,lind von der Türcken Beute zehren.

Die Regung macht mich ungeschickt,

Das frohe Deutschland abzureissen;

Wohin des Adlers Aufsicht blickt,

Da muß diß Jahr ein Hall» Jahr heissen.

Der Friedens-Herold blaßt und jagt,

Und wird von Groß und Klein gefragt;

Der Geeiß läßt Stock und Schwachheit fällenDie Jugend spielt, die Kindheit singt,

Und das, was noch aus Brüsten lrinckt,Erklärt sich durch ein holdes Lallen.

Hier komme ein junger Rircer an,

Und findet in dem nächsten Garten,

Der alle Strassen zeigen kan,

Sein schönes Kind mit Schmertzen warten-Da gehl es an ein zärtlich Thun;

Da läßt der Kuß den Mund nicht ruhn;

Da stockt das zitternde Willkommen;

Da wird, was immer schmeicheln mag,

Als wär ein andrer Hochzeit-Tag,

Mit Hand und Minen vorgenommen.