Weltliche Oden vder Lieder.
Und buhlen uns nur zum Exempel,
Drum gieb mir der Verliebten Kost,
Ich schencke dir der Wollust MostZum Opffer in der Keuschheit Tempel.
Die Zeit kommt nimmeryiehr zurücke,
Wenn sie schon einmal sich verkreucht.
Und die Gelegenheit entweichtIn einem kurtzen Augenblicke;
Wer weiß, wer dich in einer FristVon vier und zwanhig Wochen küßt?
Wie bald kan mich ein Strahl entleiben,Denn wird dein angenehmer Mund,Der meiner Sehnsucht offen stund,
Mit andern sich die Zeit vertreiben.
Jedoch soll mich der Tod entteissen,
Du aber meine Leiche sehn,
So soll mir doch der Wunsch geschehn,
Dir in der Grufft getreu zu heiffen;
Mein Blut soll dir beständig seynUnd meines Cörpers Leichen -SteinWird diese Grab-Schriffr nie verlichren:
Hier schiaftr mein Kind! dein Ander ich,Dem wenig, glaub' es sicherlich,
Den preist der Redlichkeit entführen.
xcv.
An Leorioren.
S Wischen Ufer, Thal und KlüffrmLieß der treue GaladinMt den kühlen Abend-LüffrenTausend heisse Seuffzer fliehn,
Weil kein längst gehoffker BriefSeinem Wunsch entgegen lief.
Die Gewalt verliebter SchmertzmWarff ihn krafftloß in das Graß,