Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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I

3©3_ Weltliche Oden oder Lieder.

Wo er mit bedrängtem HertzenUnd gestützrem Arme saß;

Endlich wollte ferner PeinBrust und Hertz zu enge seyn.

Zeuch nur (fang er) schöne GegendDeiner Trisstsn Reitzung em!

Jetzo bist du nicht vermögend,

Mein Gemüthe zu erfreun,

Dessen Schwermuch diesen FlußMit den Thränen ftärcken muß.

Mit den Thränen, die mein LeidenBillig Scheide-Wasser nennt,

Wal es nach dem schwehren ScheidenAugen, Haut und Seele brennt,iU die Lippen schmertzlich frißt,

Die der Abschied roh geküßt.

Leonore! laß dich finden!

Irr' ich, oder ruffst du nach?

Sagt ihr Schatten-reichen Linden!

Sage du verschwiegner Bach!

Ob nicht die, so mich regiert,

Dann und wann hierum spatziert?

Würd' ich auf den Blumen-BeerenZetzo doch nur so beglückt,

Nur in eine Spur zu treten,

Die ihr netter Fuß gedrückt!

Sollt' es, scheint der Trost gleich klein,'

Mir doch Trost genug verleihn.

Seht ? so schwärme mein blind Verlangen/

Das mich hin und wieder reist,

Der durch Leonsrens PrangenZärtlich eingenvmmne GeistBilder sich um jeden HaynSeiner Schönen Ruh-Platz etst.

Nein!