Weltliche Oden oder Lieder. 527
Htm Rind! ich geh. Geh auch und nimm den Kuß,wir martern nur einander durch diß Letzen;
Ich zwinge mich den ungewissen Fuß,
Den du verweilst, GOtt weiß wohin? zu setzen;
Das Unglück stürmt, die Lästrer stimmen ein,
Ergieb dich drein!
Ergieb dich drein! es blitz auch nah und fern,
Ein schneller Wind kan leicht das Wetter ändern;
Mein Vaterland versagt mir Glück und Stern,
Diß blüht vielleicht in unbekandten Ländern:
Mein Fleiß ist froh, nur dich noch zu erhöhn,
viel auszustehn.
viel auszustehn und gleichwohl froh zu seyn,
Vermag kein Geist, den Lieb und Ruhm nicht ftärcken:Rind! gure Nacht! mein Anblick mehrt die Pein,
Ich kan die Angst an Färb und Sprache mercken,
Sieh mich noch an, und lebe wohl und sprich:
Du daurest mich.
ex.
An seine Levnore.
(^>Jer hast du nun den dritten Schwur,*cr Wodurch ich Himmel und NaturZu Zeugen unsers Bundes setze:
Bleib treu, getrost und achte nicht,
Wenn manche Läster-Zunge sticht,
Der falschen Freunde Mord-Geschwätze.
Das Glücke hält uns freylich auf,
.Doch laß ihm nur den faulen Lauf!
Es sucht fein langsam auszurasen;
So starck der Nord sich hören läßt,
So zärtlich wird auch bald der WestIn unsre Liebes-Flaggen blasen.
Die Welt» Lust zeigt mir nichts mehr an,Worein ich mich verlieben kan,
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