Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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AIs wenn ein Mücken-Schwarm um Licht und Sonne fl eget.:tl > Nur d'ß gebiehrr ihr Schaanr und macht ihr Ansehn blind,'DaßGbederihrerZunfft so schlecht beschlagen sind,

Und Köpffe,die sich doch zu ihrem Reiche schreiben,

. Ihr Wachsthum durch Verstand nicht höher aufwerts treiben.\. Zhr Staat, es ist wohl wahr, begre-ssc ein starckes Heer,

G Bas, wenn auG heute g!cich»der Türck im Felde wär',

Und Mogols R'-uterey schon an die Gräntzen rennre,

Sich doch, wie Trohendorff, mit Schülern wehren könnte rAllein so wenig Krafst der Alexander schmeckt,

Wenn ihm ein Sack voll Mohn der Feinde Meng entdeckt,

So arm istdiß ihr Vo!ck an Gründlichkeit und Wissen;

Und sind noch einige auferwas starck beflissen,

>, So ists Gedachtniß-Werck und bloß ein sinnlich Spiel,

Das Mod' und Regung treibt. Man dörrt so Kraut als Stick,Man schindet Baum und Thier, man prägest, brenne und röstetFett, Ertz und Mumien. Man zwcrffcst, wagt und tröstet,

>i, BisdaßdieSeel entfährt. Man schröpfst, purgiert, verschreibt,Man fragt die Bücher aus, befördert, stillt und treibt)«, Schweiß, Monathund Urin, und hilfst, mit einem Worte,

Der mühsamen Natur fast nie am rechten One.

Und kommt dann endlich noch ein redlich-kluger Mann,

Der, weil er Einsicht trägt, dem Übel steuren kan,

W So hat Alcidens Sohn kaum schwerer aufzuräumen,ätz .Weil überall ein Schwärm von tausend albern Traumen: ( Der Müh im Wege steht; und dringt er gleichwohl zu,

So bringt er sich gewiß um Glücke, Stell unv Ruh,

Und muß offr starr des Lohns der wohl bedachten LehrenEin neuer Ketzer seyn, und lose Reden hören,ch Die Wahrheit, so sein Geist mit Müh heraus gebracht,

Wird als ein nackter Specht von Jung und Äst belacht;

Und weil er nicht den Weg des Schlendrians genommen,Versagt man ihm wohl gar den letzten S>ü der Frommen.

£> undanckbahre Welt! gesteh es doch nur frey, fOb diß dem Laster nicht der Strasse würdig sey',

Daß Fieber, Brand und Pest mir vollen Haussen kämen,

<| Und, was du mehr erkannt, dir famtdemLeben nahmen.

Vielleicht verändert sich dein ungeschickter Lauf,h Die