Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Satyren oder Skraff-Gedichte.

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% Auf

** Herrn Kbristian Gottließ Hilischers

Magister Promotion.

^ 1718'den r/.Febr.

ll, kleinen Israel der recht gelehrten Welt,

, (sj Die, wie die wahre Kirch, ihr Häufflein heimlich hält,Wird wohl kein Fremdling seyn, der jetzt nicht seh und wisse,

Ä MietieffmanhierunddadesMannesSchattenküsse,

» Der, weil ihm die Natur vie! Sitze-Fleisch gemacht,

Den Stuhl nicht frieren laßt vom Morgen in ^ie Nacht,

B Mehr Bücher drückt als kennt, den Kopssvoll Grillen stopftet,Den Stamm-Baum aller Welk in sein Gedächtniß pfropssek,Geschicht und Zeit durchrennt, die Sprachen geitzig frißt,ß)i Register vieler Art nach unsrer Mode ließt;

Und wenn er als ein Pferd die Lenden lahm studiret,

Im Maule des Gerichts den Docror,Tikul führenG Dergleichen Wunder - Thier ist trotzig und gemein,

Läßt andre neben sich geringe Lichter seyn,

Erschnappt des Pöbels Gunst mit aufgeblaßnen Backen,

I Und ha; nicht Ohren gnug, die Lob-Sprüch einzusacken.

Allein,wie wirds alsdann, wenn dessen breiter Schrittk In öffentlicher Zunffr den Lehrer-Stuhl betritt,

m linö endlich zeigen soll, mit was vor Ruhm und Ehre

Der Weißheftseines Haupts ein Sieges-Erantz gehöre?ü. Da hängt es überall, da foltert ihn ein Wort,

4 Da berstet seine Kunst, da muß der Athem fort,

's Da stöhrt ihn Flieg und Schaam, da irren ihn die Sinnen,

1 Da darbt sein Überfluß; die Weißheik steckt zwar drinnen,

^ Will aber nicht heraus, wie sehr er spuckt und drückt,j 1 Und unter tausend Angst die Krauß in Falcenrückr,

So daß auch wohl kein Weib, die ihren Tod gehiehrek,v * Dergleichen schaxffes Weh,als er ums Hertze spüret.

** Der Hörer hat Gedulk, beklagt den weisen Mann;

^ O Schade.'daß er es nicht von sich geben kan.