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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Satyren oder Straff-Gedichte. ^ 413

Und insgenlsin d.!S Haupt bedrängter Hertzen plaget.

Wie? daß sich GOrcuuo Mensch mir gantz und gar versaget?D Das Fenster zeigt mw gleich den Wirbel in dem Schnee;

, Die Flocken kommen, uns zu segnen aus der Höh;

Sie machen keine Wahl, und wo sie hin gerathen/

*' Erquicken sie so gut daSMkraut als die Saaten.

* Das Gleichniß thut mir weh. JchsehderLastrerZahl;

E Der Reichthum aus der Höh beschützt sie allzumahl,

Und kröpftest doch auf nichts als undanckbahre Köpsfe;

^ Ich bin so gut wie sie und auch wohl ein Geschöpfte,

®l Und doch erhält mein Wunsch gar selten oder nichts;

N Geniest td) auch den Blick der Sonnen und des Lichts/Washilffcs? Und dient es mir, indem ich mich besinne/

!, Daß ich vor alle Gunst so viel als siegewinne.

O Sie,die den Erd-Kreyß stets mitWärm undWachsthum trifft/Bekommtdoch nichts davor als Dünste voller Gisst.

Ich, dessen Trost und Rath vor diesem viel beschiene«/

Genau mich nicht einmal des Klagens zu erkühnen;

So spie! ich halb verrückt mit Bildern, Noth und Schmertz ;

M Erhöhst sich die Vernunft!, so fühl ich noch ein Hertz,

An welchem Trieb und Zucht, Exempel, Lehr und FassenRoch manche Freyheits-Spur der Weißheitübrig lassen.

Denn hangt der Himmel gleich nicht immer Geigen voll/

So find ich gleichwohl Ruh, wojeder suchen soll,

Ich meyn' in eigner Brust; da lern ich im BetrachtenViel, was die Welt erhebt, gering und schändlich achten,

Und wiltes, was sie schilt, gantz gut und anders sehn:i; Das Fern-Glaßdarffichauch nicht erst gen Himmel drehn,

Ich bin derErden nah, hier leben grosse Wunder,

II Die größten in mir selbst: Die Seele, die den ZunderZu Mehrung ihresHeils bloß in sich selbst ernehrt,

( Wie fthr sich ihr Verstand ermuntert und verklärt,

Begreiffet, nimmt und theilt, verbindet, unterscheidet,ßl Au diesem Hang verspürt, zu jenem Ecke! leidet,

Und niemahls ftyren kan. Da dring ich gantz genastAuf Urfach und Beweist Hier steht der neue Bau,

Die Hole desGebeins, des Fleisches Lust-Gewebe, (*)

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| (*) Vid. Porphyrius de antris Nympharum,