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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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4*0 Satyren oder Straff-Gedichte.

Die alle dörffen noch so gar verwegen seyn,

Und wider mich so offt ein höhnisch Zetsr schreyn,

Wenn etwann mein Versehn, jedoch ohn andrer Schaden,

Der Jugend, die leicht fehlt, ein Unglück aufgeladen.

Das Best' ist,daß mein Hertz sich endlich fest gesetzt,

Und bey der Wissenschafft dergleichen Vieh nicht schätzt,

In Hoffnung durch den Fleiß nach Übung km tzer PlagenDas Lob der klugen Welt dennoch davon zu kragen.

Deswegen folge mir du längst gepvüff-cv Freund,

Und klage nimmermehr, der Pöbel sey dem Feind,

Sein Loben ehrt dick) nicht, nein, sondern dem Gewissen,

Der Zeuge wird dich jetzt und allzeit schützen müssen.

Denn was dir die Narur von Zunder zugedacht,

Das hat dein eigner Fleiß in volle Gluth gebracht, .

In voll und reine Gluch, womit dieWeißheic strahlet, {Und selbst Euftbieihr güldnes Brust-Schild mahlet, [j

Dem Wachsthum muß bereits den unverdroßnen Hem «

So wie den klugen Stieff mir Ruhm und Trost erfreun, 8

Wenn anders Lehrer sich wie Gärtner recht ergehen, '

Wenn Pflantzen ihrer Hand so reiche Blüthe sehen. j

Die Vorsicht, welche stets die Redlichsten bewahrt, lj

Hat warlich deiner Brust was grosses vvrgespark, ^

Denn obgleich Joabs Stahl dir fast den Rest gegeben, j

Erhielt dich doch ihr Arm so wunderlich beym Leben. ?

Komm, zeuch Ehren heim, der Schul-Sraub ist vorbey, r

Komm, zeige, daß dein Werth der Reime würdig sey, j

Und laß der Eltern Hertz, die GOrrund Tugend ehren, lDen Auftrziehungs-Lohn an dir so sehn als hören. *

Dein offt geübter Mund, der rein und gründlich spricht,

Zeigt unserm Zion schon ein neues Kirchen-Licht, f

Um welches Moll' und Neid sich selbst zum Schaden fliegen, j

Und dessen Strahlen einst des Grabes Nacht besiegen. <

Ich schätze deine Treu und seh aufihr Bemühn ;

Schon um ein grosses Theil mein Glücke stärcker blühn,

Und weiß kein Wiedergelt, als daß ich mit dem TriebeErgebner Redlichkeit die kluge Freundschafft liebe; :

Gedenck einmal der Zeit,in der die Linden-Stadt j

Bey Unruh und Verdruß uns offt vergnüget hat,