Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Satyren oder Straff-Gedichte.

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Und schützenEvens Schwachheit vor, wodurch wir, wie sie thö-

richr wollen,

So wohl an Großmuch als Verstand geringre Kräffte zeigen

sollen.

Aus diesem unbewießncn Satze hat allezeit und jedes Land

Wtz, Vorrecht, Heri schafft, Ruhm und Freyheit allein dem

Hute zu erkannt;

Und wenn sich dann und wann ein Weib zu Stahl und Kiel

geschickt bewiesen,

Es vor ein schönes Ungeheur und Blendwerck der Natur ge-priesen.

Daß jener Narr aus blinder Boßheit ein Weib und Weh vor

eins erklärt,

Das ist vielmehr der schärffsten Peitschen als vieler Widerle-gung werth;

Und daß Poeten insgemein der Mägdgen Keuschheit burchge,

zogen,

Beweißt nichts, weil sie auch wohl eh den Göttern Laster angk»

^ logen.

Ich sieh zwar jetzt nicht hier zu loben; doch wär es mir so süß als

leicht,

Noch manch Verdienst heraus zu bringen,vor dem dasManns-r ,, Volck Seegel streicht.

Gesetzt, ich hätte weiter nichts; so dörffr ich nur die Schönheit

^ mahlen,

Die netten Züge saubrer Haut, die volle Brust, die scharffen

Strahlen,

Der Minen stumme List und Stärcke, Gang, Wendung,

Glieder und Person,

Den Geist und Nachdruck susserWorte; mit diesem allen könnt

ich schon,

Euch und die falsche Prahlerey, ihr blinden Spötter! leicht be-

schänien.

Ihr lehret selbst: wer andre zwingt, der kan mit Recht

den Scepter nehmen;

Nun sagt mir: Wer den größten Helden dasMord-Hefft in

der Faust erschreckt,

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