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Satyren oder Straff-Gedichte. 427
Und wenn sich auch ein frey Geinükhe bald von Geburt an höher
sehnt,
So lehrt man solches doch wohl nichts, als ermann Hand und
Röcke falten,
Und läßt den angebohrnen Trieb bey Wäsche, Flachs und
Heerd erkalten.
So listigschüht sich eureTücke.Dmn lernten sie zu viel verstehn,
So habt ihr Furcht, sie möchten endlich mit Schluß und Den-
cken weiter gehn,
Das Crb-Rechl der Natur durchsetzn, die allgemeine Freyheit
finden,
Und diß von euch gestohlne Guth euch wieder aus den Händen
winden.
Man läßt. euch gern der Ordnung wegen das Schutz»Amt und
das Regiment,
Damit ihr uns und unsre Wohlfahrt in Fried und Ruh erhal-
ten könnt;
Diß Vorrecht habt ihrdmchVerrrag, nicht aber von Geburt
bekommen,
Durch die ihr jasogm, als wir, an Adams Schwachheit Theil
gerrommen.
Ich weiß, dein Beyfall, grosse Göttin! versiegelt, was ich
hieraesi'gt;
Nun aber höre, welcher Vorwurff das arme Volck am mei-sten plagt,
Und du, »Liebe! merckedrauf, wie viel ich deinetwegen leide!
Die Welt ist voller Unbestand, und wechselt plötzlich Angst und
Freude
In groß- in klein- in mittlern Ständen, vornehmlich aber in
der Eh,
Von der der Wahl-Spruch also lautet r Bald Sturm, bald
Stille, wiczurSee.
Der Anfang will zwar allemahl bm Rest der göldnen Jahre
zeigen,
Die Braut»Nacht ist ein Theil davon, da hängt der Himmel
voller Geigen;
Doch tritt man aus der Flitter-Woche, so kommt das Hauß-
Creutz nach und nach,
Und