Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Saryren oder Straffe Gedichte. 429

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Kein Weib ist jetzt so gut und artig, kein schönes Kind so ftvmm

und jung, ,

Ein Meister-Sänger macht sich drüber, und führt es durch die

Musterung;

Da werden Gang, Gestalt und Tracht vom Bande, das den

Aufsah schmücket,

Bis auf den Unter-Rock vom Filh so, wie der Wandel, durch

gerücker;

Wömit sich mancher Mann noch rühmet und offt wohl gar sein

Glücke macht,

Das nimmtder Neid mit ihren Bildern mir Abscheu oderHohn

inAcht.

Ein Unschulds- voller Freundschaffrs-Kuß, und diß zwar öffent-lich im Spielen,

Sollgleichden lieben Crantz verdrehn, und bald auf etwas an-ders zielen.

Da heißt die frey- und muntre Doris ein unverschämt-und fre,

cherSinn;

Nerine singt und lebt im Stillen, und wird dadurch zurO.üä-

ckerin;

Bescheiden heißt man affectirt, galante Brieffe Sarans-

Vernunffcig- schwatzen tuper-klng, und freundlich schertzen halb

g schössen.

So schimpfft, so schilt man auch die beste; ja wo nur drey Pe-danten stehn,

Da muß so gar im Kirchen - Stande die Pfarr- Frau durch die

Hechel gehn.

Die Jugend schmückt ein liebreich Kind, die Rosen wollen täg-lich brechen,

Da schwärmen Hummeln um den Strauch, ein frisches Honig

auszustechen.

Trifft mancher Grobian nicht Kegel,und fällt nicht gleich ein hol-des Ja,

So ist das Feuer in dem Dache und dieses Nachwort flüchtig

_ da:

Aufwas verspitzt sich wohl der Alp ? nach welchem Doktor steht

die Nase?

Ergiebr