Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Saryren oder Straff-Gedichte.

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Der soll an Statt des Macher - Lohns ein böses Rumpelscheid

bekommen,

Die sieben Männern schon den Halß, wie ihr die Zeit den Zahn,

genommen.

Die Straffe gab ein groß Gelächter, dieRlugheit aber stillt

es gleich,

Und predigte noch diese Lehrer, r Die Welt hat auch ein Him-melreich,

Diß ist der Stand vergnügter Eh; begehrt ihr Jungfern diß

zu schmecken,

So laßt euch stets mein Winckel-Maaß das Ziel in Heyraths-

Sachen stecken,

Vergafft euch nicht an Stand und Golde, sorgt aber auch vor

Glück und Lob,

Erforscht hauptsächlich Trieb und Herhe, bezeigt euch weder

frech noch grob,

Vermeidet auch so gar den Schein, und wehlt nicht etwann in

die Lange;

Der Raum ist zwischen Wieg' und Sarg, ihr wißt wohl, ziem-lich kurh und enge,

lind wenn der Spiegel einmal reistet, so nimmt er wenig Au-gen ein; .

Doch laßt euch auch nicht bey der Tockeund schon rm Flügel-

Kleide freyn:

Seht jeden, der den Umgang sucht, doch ohne Vorwitz, auf die

Proben,

Und glaubt nicht aller Schmeicheley, womit euch Vers und

Briefe loben.

Verzögert Glücke, Trost und Hülffe, so traut dem Himmel

und der Zeit,

Und steht ihr heimlich schon im Bunde, so opffertl der Bestän-digkeit.

Es mögen Freunde, Feind' und Haß euch noch so hefftig wi-dersprechen;

Ein Paar, das treu und redlich liebt, muß trotz den Wettern

Resen brechen.

Diß möchte Phiüis nur bedencken und jetzo nicht verdrüßlich

thun,

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