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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Satyren oder Straff-Gedichte.

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So wird der Appetit fürwahr geradebrecht, b

Weil Stirne, Wang' u. Brust nach faulen Aepffeln schmecken,

Und Freud' und Lust bereits zu tieffin Falten stecken ; !li

Und nimmt man andern Theils ein vreyzehn- jährig Kind, . k

So sieht man, daß ihr offt die Docken lieber sind. .

Bey manchen bücken sich die Hosen vor den Hauben, j l<

Und hat der guteMannden Sadducäer-Glauben, A

So macht er, daß die Frau, die solche Ketzer haßt, i J

Sich gut Catholisch weißt, und allgemein umfaßt. I)

Verzeih mir diesen Scherh, und glaube diß indessen, ^

Es lasse sich viel eh des Meeres Tieffe messen, 1

Als derer Sorg und Quaal durch Rechnung überfehn, J

Die mit der Liebe Strick der Freyheit Hals verdrehn, 1

Und wegen einer Nacht von theur- erkaufften KüssenHernach ihr Lebenlang das Hauß-Creutz schlippen müssen.

Doch diß, mein Bräue'gam! ist so böse nicht gemeym,

Indem das Gegentheil aus deiner Wahl erscheint;

Dein Witz, dein freundlich Thun und kluger Geist im ScherheBekehrte, glaub ich wohl, Xamippens böses Hertze. 1

Wiewohl du diß nicht brauchst, dieweil des Höchsten Hand j

Dir so ein liebreich Kind und kostbar Schönheits, Pfand ;(j

Zur Gattin überreicht; es trägt der Muner-Gaben, v

Die Witz und Freundlichkeit zum Tugend-Spiegel haben; ;

Nun frag ich dich nichtrnehr, warum dein Vorwitz trau. ,

Besteig den Freuden-Berg, und fang daraufden Bau [

Der guten Hoffnung an, du kanst ein Lust-Schloß gründen, c

Und mehr Ergetzlichkeit als in Versailles finden.

Du feyrest nun mit Recht ein süsses Engels-Fest,

Da dieser Engel dich den Sieg erhalten läßt. ;

Keimt gleich in mancher Eh vergällter Zwietrachks - Saamen, j jUnd steckt auch Bitterkeit in deines Bräutigams Namen,

So koste nur den Kuß und Marianens Geist,

Ich wette, daß er dich mit Milch und Zucker speist, > {

Dabey auch sie wohl nicht geringer Kost geniesset, f |

Wenn Bernhards Honig-Thau auf ihren Lippen fliessek.Daraufverspitze nun dein Sehnen, schöne Braut! s

GOtt hat dir durch den Mann ein redlich Hertz vertraut, j;

Das schon einmal gezeigt, wie gut es lieben könne, '

Und I