$3©_ Satyren oder Straff« Gedichte. _
O daß doch unrei^lns vor dich kein Tempel ist!
Auch Mecca würde kaum mehr Schätz und Opffer kriegen. !
Hier wolt' ich Augenblicks der nächste Priester seyn,
Nachdem ich endlich auch mein Wohl bedencken lerne, j
Und Laster ehren kan. Die Bibel flucht zwar drein;
Was schadets ? wenn ich nur mein zeitlich Creutz entferne.
Nelisco, und auch du, beleidigter Crispin, j
Nebst allen, denen ich bisher zu nah geschrieben,
Ich bitte, wolr ihr mehr, so will ich auch wohl knien, §
tzZergeßt die Niesewurtz, womit ich euch gerieben;
Es war ja nur ein Spaß und nicht so arg gemeynt: \
Man setzt gar offt ein Wort der lieben Reime wegen.
Ich schwör' euch bey der Flulb, die Glomphens Eh-Frau JES ist mein gantzer Ernst, die Wahrheit hin zu legen. (weint,
Geh Wahrheit,führ dich ab! geh Wahrheit schnell und fleuch l
So starck und weit von mir, als Steps von Ehr und Tugend!
Du bist ein nackter Balg; die Boßheit macht uns reich. |
Das glaubt'ich ehmahls nicht; allein das that die Jugend:
Denn hätt' ich diß gewußt, wie wolt' ich mich nicht blehn, [
Catheder und Altar mit langen Sammle kehren!
Ich könnte wohl vielleicht aus andern Augen sehn, E
Undwär das Glücke gut, ein Dorss voll Bauren scheeren.
Befehlt nur, wie ihr denckt; ichwill die Kohlen weiß, * jDie Stümper hochgelehrt, den schärffsten Frost ein Brennen,
Den Aberglauben fromm, die Nesseln Chrenpreiß, |
Und Danrens krummen Leib des Himmels Abriß nennen.
Serran lebt liederlich. O nein! er lebt nur frey; <
Und wenn erja noch säuffr, so trinckk er nur mit Massen;
Camistro ist verhurt; davor der Himmel sey! >
Er geht der Tugend nach, und liebt die Mittel-Strassen.
Rinochda schwatzt gelehrt, und schnitzen im Latein, l
Diß thut er nur mit Fleiß, er will kein Schul-Fuchs werden. j
Gelanor nimmt bald diß und bald was anders ein; >
Warum? die Wissenschafft ist Stückwerck aufder Erden.
Crispin, der brave Kopff, hält viel auf Müßiggang;
Das wird ja besser seyn, als etwas Böses üben.
Calandro beugt das Recht, und hebt des Bruders Rang;
Er handelt als ein Christ, man muß den Nechsten lieben.
Ach