Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Scttyren oder Straff-Gedichte.

Ach Brenno! sage nicht, als müsse Pvlidor1 ' Mit fremden Predigten vor GOnes Antlitz steigen;

Es stellt ihn Madrigal in dieser Unschuld vor,

1 Diß, was er hoch gekaufft, das sey ja wohl sei»» eigen,

Daß Damon nicht die Schwulst des krancken Finger-1 dämpffk,

Das bringtihm keinen Schimpff, die Ursach ist ja wichtig:

Es hat sein vornehm Kind mit Fleisch und Blut gekämpffhDer Satan kam darzu, da ward die Wunde sichtig.

Seht Laster, srhk und hört! und sagt: Was gebt ihr mir?Mein Anstrich übertrifft den besten Advocaten;

Nur kurtze Zeit Gedult! Ihr soll,-wie sauer BierDurch Kreide, Kalck und Stein, in bessern Flor gerathen.

Daß Chambor allbereit die schlimmsten Ketzer schreckt,

Und doch wohl noch nicht weiß, wer Gaul und Paulus waren;J Daß jener, der dort jahnt, der Frauen Speichel leckt,

Um etwa einen Sprung nach Darmstadt zu erfahren,

E Das weiß ich nun nicht mehr; gesetzt, ich müßt' eS auch,

Ich wolle sie darum noch lange nicht verdencken.

Kommt, hört den kerüum! (*) So künstlich ist der Bauch,Cr kan uns Witz, Verstand und manchen Einfall schencken.

Was regt sich in der Nacht? Welch Übel, welch GeschreyBegleitet jenes Volck? Was soll das starcke Läuten?

« Sophm hält ihr Fest; mein B --ist dabey,

Und ich bin noch so faul? o eilk, ihr müden Sayten!

». Der Mantel ist behängt, der Hmist reich und voll.

Gekehrt- und edler Freund! nun sage, wo mein Bogen

Bey denen dieses mal ein Räumchen finden soll,

Die Tugend und Verdienst in deine Pflicht gezogen ?

Er ist zwar selber schuld, und stellt sich langsam ein»

Doch, nährt sich langsam auch, so hat er nichts verlohrett.

« Die Muse, so mich treibt, meynt überführt zu seyn,

Die Hochzeit ihrer Kunst bestünb' in deinen Ohren.

!» Ich glaub' und find' es wahr, und hoffe mit der Zeit;

Nur gieb den Hand - Griff an, die Cy ther wohl zu strieleH

So höhnisch mancher auch mein stilles Lied bereut,

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£ (*) Perfjwfr ist Prolog