534_Satyren oder Straff-Gedichte._
So deckt er seine Schaam mit eines andern Blosse,
Undführt, worauf sich doch die Härings-Buden freun,DieTheurung an Papier durch sein Verschmieren ein.
Wie aber schwärmet nicht des Pöbels Unverstand,
Wenn ihn der Vorwitz plagt ? Laßt die Erfahrung sprechen,Geht zur Gesellschafft hin, durchwandert alle Zechen,
Besucht den Frauen Marckt, der Lügen Vaterland;
Doch endlich tretet auch zu Cajens Wochen-Bette,
Und hört, was man allda von der und dieser spricht,
Mich deucht, die Reden sind t Ich weiß wahrhafftig nicht,Warum Clarinde freyt? Wie kommt es, daß RoseusDie Farbe wieder kriegt; Die Flora ist ein Kind,
Wo sie den Alten nicht vor andern lieb gewinnt.
Dergleichen Unvernunfft kommt auch bey Männern vor.Zumahl wo Bier und Wein die Klugen erft versammlen.Denn lehretgleich derTrunck die schwere Zunge stammle«,So lehnt man dennoch auch einander Mund und Ohr.
Zwey sind schon starck genug den dritten durchzuhecheln,
Dem hält der Eigensinn der Schwieger-Mmm her,
Der streicht den Bartund spricht: Wenn ich nurFeldherrwäk,Die Feinde sollen bald in ihrem Blute röcheln;
Dem macht der Prediger die Lehr-Art viel zu schlecht,
Dem unser HErr GOrr selbst das Wetter selten recht.
So geht es, wenn der Neid mit Maulwnrffs-Augen schielt,
Und seinen Balcken nicht vor Eigen-Liebe schauet,
Wohl aber als ein Luchs auf das Gesichte trauet,
An dem sein Bruder gleich nur einen Splitter fühlt.
Ihr Heuchler! kehret doch den Kokh von euren Thüren,
Eh ihr den Besem noch aus ftemves Pflaster setzt,
Glaubt, der Verleumdungs-Dolch, den ihr auf andre weht,Kan seine Spitze wohl an eurer Brust probieren,
Indem doch euer Hertz ein Pharisäer ist,
Dec eine Mücke säugt und zehn Cameele feist.
^rlobker Bräutigam! wie hat der Müßiggangkleinen Schülern nicht, die Unschuld zy betrüben-
Bey