Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Satyren oder Drraff-Gedichte.

X.

Das Wohl und Weh

bey der

Täuber- und fachmännischen

Verbindung,

den 14. Januar. 1716.

Mrug und Einfalt hat den Wahn zur Welt gebracht,Der vielen die Vernunfft so taub und blind geschlagen,Der Neubegierigkeit die Schlüsse wahr zu sagen,

Die das Verhangniß doch in dem Verborgnen macht.

Von diesen Eltern stammt die Lust verbothner Künste,

Die leider manchen Christ den Aberglauben lehrt,

Die statt der Sonnen offteinBlendwerck fetter Dünste,

Und vor den Samuel den Geist der Lügen ehrt.

Der hält sein Zauber--Glaß vor Aarons Licht und Recht;

Der folget dem Cardan, und buchstabirk die Sterne,

DamiterGlück undFall durch ihren Einfluß lerne;

Ein andrer, so den Kopssmit Liebes * Grillen schwächt,

Läßt ihm, und soll' er auch mit Saul nach Endor reisen,

Sein künfftiges Gemahl in einem Spiegel weisen.

Was giebt der Vorwitz nicht vor Gauckel-Possen an ?

So bald ein Mägtgen sich nach der Vermählung sehnet;

Das Lachen wird bey ihm dem Antlitz abgewöhnet,

Wenn kemPlarmen-Buch den Freyer melden kan;

Die Stirne wird gefragt, die Hand um Rath gebeten,

Das Traum-Register hält den Morgen-Segen auf.

Des Phöbus Dreyfuß muß der Ofen - Topff vertreten,Warum ? Andreas zeigt des Buhlers LebenS-Lauf.Dergleichen Wercke treibt ein Kind der Finsterniß,

Dem die Verzweiflung schon den geilen Zweck versaget:

Dein Wandel, kluge Braur! hatkeinen Streich gewager,Der Scham und Erdarkeit aus ihren Schranckenriß;

Dein Witz verspottete den Rath der LKirorasnren,

Die offkermahls an dir das freche Maul verbrannten.

Ich gleichfalls buhle nicht mit der Egeria,

DerGeist des Socrates ist nicht meinHauß-Gmosse, Der