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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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542 Satyren oder Straff-Gedichre.

Rennt alle Gassen durch, und stellt bey tieffer Nacht,

Wie Jäger auf das Wild, und fängt und ficht bey Tage,Wie schlechten Vortheil ihm sein räudig Mldprrt trage.

Wiemanchen läßt derGeitz das erste Ja «Wort schreiben,Da nimmt sein Eyfer bloß den Schmuck in Augenschein,

Und hat das gute Mensch gleich nur ein halbes Bein,

So nimmt er doch den Trost: sie wird fein häußlich bleiben.Salc.mrs streut bisher der Ehrsucht Weyhrauch vor,

Und klopffc mit stoltzer Faust an ein durchläuchug Thor,

Und kciegc, wie erverdicnt, die wohl» gebchme DameMit einer welchen Brust und ausgeleertem Krame.

Es geht so wie mans treibt; Sammt, Frauen, Edelsteine,Sind, bandet man bey Licht, dem Käuffer kein Gewinn,

Die Prüfung zeigt den Werth, der Umgang Hertz und Sinn,Und Sterne kennt man nicht bald aus dem ersten Scheine.Diß, kluger Bräutigam! diß, wohl versorgte Braut! .Erwegt ihr mit Vernunffk, druin schicket ihr die HautNicht eher aufden Marckr, als bis die Vorsicht lehrte:

Daß eure Redlichkeit einander zugehörre.

Das Ziel der wahren Eh, dir Achnlichkeit der TriebeErbaut euch «isofort ein Glücks»Schloß vieler Lust,

Und überschüttet euch die Flammen- reiche Brust,

Mir einem Segens-Thau der allerzärrsten Liebe.

Du schön' und fromme Braue! triffst hier den Wincke! an,Worein sich deine Zucht getrost verkriechen kan,

Er aber schlieft: sein Hertz in eine weiche Kiste,

Und füttert sie vor Frost mir Wolle sanffter Lüste.

Der Herbst giebt Frucht und Wein und füllt so Scheue als

Schläuche,

Und macht die Keltern naß, und preßt das Röhren-Blut;

Diß, was nun dir Narur in ihrem Circkel thut,

' Das thut dein Bräutigam auch in des Amors Reiche,

Doch darum kümmere sich von uns kein Unverstand,

Er thu es, wie er darff. Wir machen Kiel und HandAuS Scham und Ehrfurcht stum, und wünschen, daß dem Fass«Ein wohlgejohrner Most den besten Ausbruch lasse.