Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Sinn-und Überschriften.

Er ist noch klein und jung, doch künftig wird er schonAn Groß und an Geschrey den Riesen abgewinnen:ff Denn Fama, wo ich seh und nicht betrogen bin,

' Reicht ihr Trompeter-Rohr ihm statt des Spielwercks hin,Damit er nach und nach den schweren Ansatz fasse,

Und überall den Ruft von dir erthönen lasse.

IX.

In das Stamm-Buch

eines guten Freundes J. B.

Horat.

Ferendum est patientia,

Quicquid corrigere est nefas,

OjYJllfi ist ein schwerer Trost, doch ists ein Trost vor den,v Der, was er mit Vernunft und Weißheit eingesehn,Auch in Erfahrung bringt, die Vorsicht kan nicht wanckenrWer ist ein Thor und flucht auf Wetter, Glück und Zeit?Verfolgung bringt Gedulr, Gedult Zufriedenheit,

Ein Weiser hat bey Noth den Himmel in Gedancken.

X.

s Als er seiner Gönnerin ein gewisses

Lied zuschickte.

Adame!

Wenn diß Lied, so sehr ich mich bemüht,

Der Schönheit, welche dir Verstand und Antlitz mahlet,So,wie es wohl gesollt, nicht gar zu ähnlich sieht: '

So wisse, daß ich hier bloß meine Pflicht bezahlet.

Und da die Poesie sich hier gar schlecht erklärt,

So nimm in Gütigkeit Gehorsam für den Werth,

Und federst du von ihr galant- und schöne Proben,

So gönn' ihr nur einmal die Ehre dich zu loben!

Mm 3

XI.