Madrigale.
559
Mich in diß seltne GluckeNicht, wie ich solts, schicke,
Und glaube sicherlich:
Würdiger dein Gnaden-StrahlMeine Lippen noch einmalDeinen schönen Mund zu küssen,
So werd' ich fürchten müssen,
Daß nicht die Wollust dieser Zeit
Durch ihre Süßigkeit
Mir die Lust zum Himmel raube,
Und ich der Gegenwart mehr als der Zukunfft glaube.
XLIII.
Als Eleonore die Unterredung eiligst
unterbrechen muste.
A)Ach vieler Müh und Zeit und Schmachten,
Die warlich nicht gering zu achten,
Kam einmal auch ein AugenblickDer alt-und edlen Zeit zurück;
Ich küßte Leonorens Wangen,
Doch eh ich noch die HandSie gäntzlich zu empfangenGewandt,
So fiel der neundte Seiger - SchlagSo wohl in Hertz als Ohren,
Ach! sprach sie, Kind! ich bin verkohren,
Denn daß ich jetzt nicht bleiben mag,
Das thut Befehl und Zeit die Bügel abzufüttern,
Sie küßte mich noch halb und liess mit Zittern,
Ich aber schrie:
Ach Himmel! hältst du uns noch härter als das Wich
xliv.