58o _ Briefe. _
Kan etwas auf der Welt des Kummers Schärsse lindern,So kau es Brandenburg und dessen Liebe thun;
Und will du, Edler Freund l den letzten Fall verhindern,
-- So laß doch deinen Trostnichtgantze Wochen ruhn,
Vergiß nur du mich nicht, so lern' ich leicht vergessen,
Daß Scham und Eigennutz die nächsten Freund' emziehn,
Und alle, denen ich viel Wohlthat zugemessen,
Jetzt als ein SchwalbemHeer bey nahem Herbste fliehn.
Laß auch den Amaranth mein hart Verhängniß wissen,Und flicht ihn, wenn du kanst, in unser Bündniß ein!
Verdient ein schmachtend Hertz der Slärcke zu genicssen,
So schickt mir öfftern Trost von euren Musen ein.
Erhalt ich neue Krafft und kommen beßre Zeiten,
So soll mein Lamen-Spiel auch euch zu Dienste stehn,
Und, geht ihr glücklich vor mit nachgestimrnren Saiten,Durch euren Lorbeer-Crantz mein Epheu Laub erhöhn.
Verbietet es mein Grab, so würdigt mich der Ehre,
Und führt mich hin und her in euren Liedern an;
Damit nur noch ein Ohr der spaten Nach-Welt höre,
Wie unrecht Glück und Neid an meiner Kunst gethan.
V.
Hit Herrn, - -
A^Atram-undwmherFreund! ach! laßdirwaserzehlcn:
Ich werde wiederum (o spotte nicht!) verliebt.
Die Sehnsucht fängt mich an mit stiller Angst zu quälen,
Und machts, wie Seitm-Weh, das blinde Stiche giebt.
Vier Jahr entbehr' ich schon die schöne Leonore,
Mein Hertz verließ mit ihr die Übung süsser Glut;
Das Unglück riß mich fort, und meinem Dichter - RohreVergieng der geile Klang, wie mir der holde Muth.
Ich sang und spielte zwar, doch nichts als Klage- Lieder,
Dort um das Elb-Athen, hier um den Pleissen-Strand:
Nun, dacht'ich, kommt dir doch die liebe Zeit nicht wieder,Die Schweidnitz dazumahl in deinem Lager fand:
Nun, dacht'ich, wirst du alt und früh erkennen müssen,
Daß Zärtlichkeit und Lust ein flüchtig Spielwerck seyn: