606 Briefe.
Und werffe dieses Blat bey deiner Asche nieder;
Nicht darum, daß dein Sarg an Thränen Mangel spürt;Nichldarum, daß Mich Stoltz und Eigennutz verführt;Nein! darum, weil dein Hertz vor andern werth gewesen,
' Daß jeder, der es kennt, bey deiner letzte-. Ruh,
Es ,ey so schlecht es will, ein Todten» Opffer thu,
Und daß wir dein Verdienst auf raufend Zungen lesen.
In unsrer Philuris benetzt so manch GeschlechteDen Cörper, deinen Rest, mir nasser Liebes-Pfiicht,
Es schwächt der Fiohr den Tag, und aus den Augen brichtEin Meer, auf dem der Sarg zur Ruh - Starr schiffen möchte.Dein zärtliches Gemahl fallt selbst in Ohnmacht hin,
Die Bruderzeigert hier den treu- und schwehren Sinn,
Die Töchter können karrm das Antlitz aufwärts kehren,
Das Ralhhauß stehtverwayst, der Bürger seuffjt dir nach,Die Künste legen sich um unsre Musen-Bach,
Und hohlen sich daraus den Unterhalt der Zähren.
So ist der Schmerh gemein r Wie wenn in dessen GründenEin Scharren- reicher Baum von Blitz und Donner bricht;Die Vogel fürchten sich, die Schaafe weiden nicht,
Die Hirren gehn betrübt ein andres Dach zu finden.
Wie oder wenn der Grund an starcken Schlössern kracht,Ein jeder Pfeiler schnellt, die Wände zitternd macht,
Und Kalck und Stein und Bund in allen Zimmern springen;So macht das Hertzeleid durch deinen schnellen FallUnd dessen unverhofft gerührten Glocken-Schall,
Daß Schrecken, Furcht und Angst aus allen Mauren dringen.
Nunmehr vermißt man erst Lein treu und kluges Sorgen,
, Wodurch das Heyl der Stadt in sicherm Friede schlieff;
Dein Auge der Vernunsst, so alles überliess,
Both selbst Auroren stets den ersten guten Morgen.
Dein Amt war eine Last, die mehr als Berge woa;
Doch wie des Himmels Heer den Atlas niemahls bog,
So trug dein starcker Geist die ziemlich schwere Bürde.
Das Alter nahm dir nichts anÄLeißhrit und Verstand,