Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Brieft.

Diß zeugt dir dein Verdienst und allzeit weiser Rath,

Der Stahl und Buch versteht, und dessen Helden-ThatIn Süd- und Norden klingt; allwo dein schnell Entschließe»Gar öffters der Gefahr den Abschied geben müssen.

Man trete nur einmal auf deiner Ehren-Bahn,

Und seh dein nasses Schwerdt in voller Arbeit an,

Die mancher Feind gefühlt. Du breitest im GedrängeDie Sieges-Palmen aus. Der Kugeln schwere MengeErleichtert dir dabey des Schweisses Müh und Last,

Indem du in Gefahr ein Selbst-Vergnügen hast,

Und Lob mir Blut bezahlst. Dein Blitz durchreist die Glieder,Und laufft wie starcke Gluth, so flüchtig hin und wieder,

Und fchmeist und schlägt und jagt mit Eyffer und Gewalt,

So daß dein Ehren-Lied aus Stück und Mörsern knallt,

Und diese, die du wirffst, auch aufderWahl-Statt lehren,

Wie daß sie deinen Strahl aufKnie und Antlitz ehren.

So macht es der Achill, so war des Hectors Spiel rDes Vater-Landes Heyl hieß beyderseits ihr Ziel,

Und ist auch jetzt dein Zweck. Drum pflegst du deinen DegenSo, wie Ulysses that, mit Klugheit zu bewegen;

Denn wild'und blinde Wuth macht warlich keinen Held,

Und wer nicht die Vernunffk mit an die Spitze stellt,

Der kommt vfft ledig weg; und kan von Glücke sagen,

Wenn Sieg und Streikgeräth. Sich bloß im Felde wagen,Ist eben nicht genug. Du kanst^wer wirfft was ein ?

So gut als Feld-Herr stehn, und auch ein Hof-Mann seyn;Das ist: du zeigest dich so groß im Cabinelte,

Als aufder Sieges-Bahn und deinem Ehren-Bette. (*)

Du kennst den gantzen Staat, du siehst der Lander Heyl,

Und biethest Rarh und That vor dessen Wachsthum feil,Entdeckst, was dich bedünckr, ohn Eigennutz und Schrecken,Und darffstdich, wenn du rächst, in keine Larve stecken. (**)_ _So

(*) Ambrosius Spinola pflegte zu sagen: Der Degen eines Solda-tens müsse demselben an das Hertz gebunden seyn, das Hertz an denKopfs, welcher mit einer vernünfftigen Urtheilungs-Krafft müsseversehen seyn; diese sormire sich aber vornehmlich durch Lesung gu-ter Historien.

(**) Kayser Friedrich III. pflegte zu sagen: Er möchte wünschen,

wenn