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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Briefe.

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Sie dennoch dieses mahl mir treu gesinnten ReimeDcn Wechsel neuer Zeit aus Grobheit nicht versäume.

Und also wird dein Hertz der Poesie verzechn.

Denn ist sie gleich so schlecht und hat sie keinen Schein,

So kaust Lu sicher traun, daß bey vttgeßner SchminckeDoch ihre Redlichkeit nicht wie die Sylben hincke.

Es herrscht der Mißbrauch zwar in unsrer tollen Welt,

Daß man ein Dichrer-Blat voll schöner Lügen stellt,

Und wenn dieHeucheley den Ehrgeitzwill verhöhnen,

So muß der Musen Chor ihm Kleid und Masque lehnen.Nein! glaube, theurer Greiß, ich habe so wie duEin deutsch und ehrlich Blut, und lasse niemals zu,

Daß, wenn ich ohngefthr c en Freunden schreib und sage,Den heimlichen Verdacht verletzter Wahrheit trage;

Drum übergeh ich auch Dein grosses Lob mit Fleiß,

Dein Lob, von weichen schon nunmehr gan tz Deutschland weiß,Dein Lob, das so viel Lohn und Ehren-Crantze theilet,

Als Leute sich erfreun, die dem Verstand geheiiet.

Viel haben dich bisher nur darum noch beklagt,

Daß, da das Glücke dich mit seinen Güthern jagt,

Dich doch kein Sohn ergetzr, der durch ein groß GeschlechteDen Namen und dein Lob der Nach-West lieffern möchte,Ich aber dencke so, du brauchst kein männlich Kind,

Da unser Schlesien vorhin auf Lieder sinnt,

Den Nach-Ruff deiner Kunst auch in den späten ZeitenDurcheilt berühmt Geschrey begierig auszubreiten;

Und könnt' auch ja mein Kiel dir etwas nettes weihn,

So dürfft' ich schlecht damit bey dir willkomiuei» seyn,

Da dein bescheidner Geist, der andrer Wohlseyn mehret,Sein würdiges Verdienst nicht gern erheben höret.

Das anverwandke Blut, so mir die Ehre giebtEin Freund von dir zu seyn, ist jeho nur betrübt,

Weil es nicht fähig ist, den Wunsch vor deinen Segen,

So wie mein Hei tze druckt, geschickt an Tag zu legen.Zedennoch tröstet mich die Grösse deiner Huld,

Und ist der Wille gut, so hat die Hand nicht S chuld,

Wenn ihr die Worte gleich so zierlich, als sie sollenUnd als dein Ohr verdient, nicht etwann klingen wollen.

B bb 5 Sind