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Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Briefe. _

Der Höchste, wenn erschlägt, hatofft ein taubes Ohr,

Doch jederzeit ein Hertz, das unsre Streiche fühlet. 1

XLII. j

gufdas Absterben eines Studiosi, j

/KJnMensch, der mit Begier nach freyen Künsten strebt, ^Trägt wob!, so lang er noch auf hohen Schulen lebt, !Vor seinen Wechsel-Brief die allergrösten Sorgen; !.

Der Kummer, den er hat, ist seiner Eltern Geld, z f

Zumahl, wenn ihm der Muth aus leeren Beutel fällt, ! i

Und Koch und Schneider ihm die letzte Nothbmffr borgen. > \

Hat er nunmehr verthan, was ihm der Mutter Hand, '

Als sieden lieben Sohn mit Th-anen fortgesandl,

Verstohlen auf der Flucht in alle F.cken steckte, ,

So geht die Noth an Mann, so stützt er Kopff und Arm, lVerriegelt Thür und Schloß, macht Sich! und Sessel warm, jUnd sitzt so finster da, als wenn er Grillen heckte. ,

Er laufst den Kutschen zu, die er beladen spürt,

Rennt täglich auf die Post und ließt und buchstabiertFast vier und zwantzrg mal die Namen aller Chanen; iZwey Fest im Jahre sind,dieihn gewiß erfreun,

Er weiß, daß Michael und Ostern Tröster seyn:

Nur dieses thut ihm weh, er soll so lange warten.

Hingegen schickt es sich, daß der verlangte Gast,

Den er, so wie ein Bar den Bienen-Zackcr, hasst,

Von Hause w'eder kommt und wilde Männer bringn:

Da wacht uns lebe der Pursch, da zieln der Kummer aus,

Und es erfährt es offr des sechsten Nachbars Hauß,

Wie seine Frölichkeit durch alle Fenster singet. >

Wik wissen, Seligster! daß jetzt die Tadel-Sucht I

Diß ungereimte Blak, wie sie es nennr, verstricht,

Weil es bey deiner Gruffk, um die es weinen. folre, 1

Mir halben Schertz erscheint: Doch wissen wir auch diß,

Du selber billigst esund straffest den gewiß,

Der deinen Vortheil nun mir Thränen stören wolre.