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Briefe. _
Der Höchste, wenn erschlägt, hatofft ein taubes Ohr,
Doch jederzeit ein Hertz, das unsre Streiche fühlet. 1
XLII. j
gufdas Absterben eines Studiosi, j
/KJnMensch, der mit Begier nach freyen Künsten strebt, ^Trägt wob!, so lang er noch auf hohen Schulen lebt, !Vor seinen Wechsel-Brief die allergrösten Sorgen; !.
Der Kummer, den er hat, ist seiner Eltern Geld, z f
Zumahl, wenn ihm der Muth aus leeren Beutel fällt, ! i
Und Koch und Schneider ihm die letzte Nothbmffr borgen. > \
Hat er nunmehr verthan, was ihm der Mutter Hand, '
Als sieden lieben Sohn mit Th-anen fortgesandl,
Verstohlen auf der Flucht in alle F.cken steckte, ,
So geht die Noth an Mann, so stützt er Kopff und Arm, lVerriegelt Thür und Schloß, macht Sich! und Sessel warm, jUnd sitzt so finster da, als wenn er Grillen heckte. ,
Er laufst den Kutschen zu, die er beladen spürt, ’
Rennt täglich auf die Post und ließt und buchstabiertFast vier und zwantzrg mal die Namen aller Chanen; iZwey Fest im Jahre sind,dieihn gewiß erfreun,
Er weiß, daß Michael und Ostern Tröster seyn:
Nur dieses thut ihm weh, er soll so lange warten.
Hingegen schickt es sich, daß der verlangte Gast,
Den er, so wie ein Bar den Bienen-Zackcr, hasst,
Von Hause w'eder kommt und wilde Männer bringn:
Da wacht uns lebe der Pursch, da zieln der Kummer aus,
Und es erfährt es offr des sechsten Nachbars Hauß,
Wie seine Frölichkeit durch alle Fenster singet. >
Wik wissen, Seligster! daß jetzt die Tadel-Sucht I
Diß ungereimte Blak, wie sie es nennr, verstricht,
Weil es bey deiner Gruffk, um die es weinen. folre, 1
Mir halben Schertz erscheint: Doch wissen wir auch diß,
Du selber billigst esund straffest den gewiß,
Der deinen Vortheil nun mir Thränen stören wolre.