»i6 Briefe.
So manches Krancken Trost, so vieler Freunde Sehnen !
Nebst unsrer Schuldigkeit nicht mir zur Leiche gehn, (
So aber stellt uns jetzt das klägliche Gedränge, j
Der Kleider finstre Nacht, der Seuffzer Ernst und Menge 'Von neuen den Beweiß der al:cn Wahrheit vor:
Daß noch kein Lullius den Schatz aus Tiegeln zwinge, tDer unserm Leben hier die Dauer wieder bringe, \
Die mit der Unschuld sich bald aus der Mac verlohr. \
Diß macht nun, Seligster! daß wir mit nassen Klagen ;
Das Pfand betrübter Pflicht zum Leichen-Opßür tragen,
Und dein bestürtzkes Hauß voll stummes Jammers sehn,
O! war denn hier kern Weg der Schickung auszuweichen?
O! war denn hier kein Rath in drey so grossen Reichen !Der Parzen göldnen Drat dir weiter aus zu drehn?
Umsonst Gold, Bezoar und alle theure Sachen, !
Die Schüler des,Galens zu Wunder Euren machen,
Sind Mittel, deren Krafft nur Wind und Ohnmacht heißt.Kein zehnfach Uecipe hält Streich und Tod zurücke;
Denn bricht die Vorsicht schon das Stunden-Glaß in Stücke,
So läst die Kunst den Arht, so wie der Leib den Geist.
Ist dieses nun der Lohn vor so viel schöne Proben,
Die deine Wissenschaffc und deine Sorgfalt loben,
Die manchem Podalyr die Cur vergnügt gemacht?
Ist diß die Danckbarkeit der grossen Medirrinc,
Zu deren Dienst und Ruhm dein Fleiß nach Art der BieneGesammlet und geschwitzt und bey der Glut gewacht?
Ist dieses nun der Dauck, daß sie in ihren Kräfften ^Zu deinen durch den Schmertz verflognen LebensSäffkmIm Lager, das dich drückt, kein Nahrungs'Mittel sieht,
Was hilffks nun, daß du sonst so klug vor sie gewesen?
Jedoch wir irren uns, jetzt bist du recht genesen,
Da dich des Höchsten Hand dem Lazarerh entzieht.
Wir meynen, Seligster! das Lazareth der Erden,
In dieses kommen wir, so bald wir Menschen werden,