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__ Briefe. _
Und dieses macht das Gisst von Evens Näscherey.
Seitdem der Apffel-Biß uns Fleisch und Blut verdorben,Und wir in Adams Fall der Freyheit abgestorben,
Ist unser Leben hier und Kranckseyn einerley.
m Wir tragen, ksts nicht wahr ? den Aussatz grober Sünden,
' Die Schlaffsucht läst sich offt im Christenthume finden,
ü Des Aergernisses Pest steckt allenthalben an;
Der Ehr-Geitz fühlt und liebt die Wind-Sucht im Gemüthe,ifc: Der Wollust heiser Brand entzündet das Geblüts,
V Won dem der dürre Geitz sich kaum mehr nehren kan.
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rE Dich also, Seligster! mit Wehmuch zu beweinen,
1 Könnt' etwann eher Neid als Pflicht und Liebe scheinen,
[f Du bist nun recht gesund und in ein Land versetzt,
In welchem nun nicht mehr Pest, Brand und andre Seuchen,
, Wie hier in Mesechs Klufft noch offt im Finstern schleichen,tz Und wo kein eitler Dunst dein Auge mehr verletzt.
? Gehört auch, wie man meynt, der Nachruhm zu dem Leben,
So wird auch dieser dir ein frisch Gedächtniß geben,
J Weil doch noch unter uns vielleicht ein Celsus ist,
^ Der deine Scheide-Kunst zur rechten Hand gebrauchet,
. Und, wenn ihm künfftig hin Capell und Ofen rauchet,
^ Bey seiner Arbeit dich mit Sehnsucht starck vermißt.
' Nur die, nur die allein verdient gerechte Zähren,,
, Die, deren Lieb' und Schmertz sich sehe stumm erklären,
J’f Und an der Hefftigkeit in gleichem Grade gehn;
^ Sie sitzt in Einsamkeit bey ihres Gartens Raube,
Ij Und seufzt und weint und girrt nach Arr der TurrestTaube,
$ Und ist sich ftlbst zu schwach den Kummer aus zu stehn.
A Kein Balsam Gileads, kein Pflaster hilfft den Wrrnden,
“ Die sie in ihrer Brust so starck und tieff empfunden.
Drum prahlen wir auch nicht mit viel Beredsamkeit;
4 Bedamen aber nur den Wunsch der Pariemen,zj, Die noch durch unsern Vogt mehr Hoffnung schöpffen könnten,
'& Und überlassen ihr den besten Trost; die Zeit.i Fff XLIV.