828 Briefe.
XLIX.
An eben Dieselbe.
fä sttzückendes Geschlecht, ihr Engel dieser Erden!
^ Durch die wir, was wir sind, ich meyne Männer, werden,Und welchen die Natur, die nichts so künstlich baut,
Die Waffen wider uns durch Schönheit anvertraut.Wie? ists euch nicht genug, daß Regung, Mund und Minen,Euch über unser Hertz zu Sieges-Cräntzen dienl-n,
Und daß ihr, wenn der Schertz aus Aug'und Antlitz brennt,Die Weisen himergehn und Helden werffen könnt ?Gedenckt ihr auch den Ruhm, worauf wir uns beflissen,Durch Weisheit und Verstand noch vollends hmzureissen?Und wolt ihr endlich gar mit Ehrsucht und BemühnDen Schmuck der Poesie uns von der Scheitel ziehn?Ihr steigt ja sonst nicht gern, wenn Männer folgen wollen,Damit nur diese nicht ein Einsehn kriegen sollen;
Jetzt aber klettert ihr am Helicon voran,
Und lacht, wenn unser Fuß nur hinckend folgen kan.Glaubt: fahrt ihr weiter fort, durch Wissenschaffr und LehrenDie angebohrns List in eurer Brust zu mehren;
So kehrt ihr ehstens gar im Musen-HeiligthumDen eingeführten Staat mit samcder Herrfchafftum.
Da wird der Phöbus euch nur Lepren putzen müssen,
Da wird auch, wenn ihr nun das alte Recht zerrissen,
Der Dichter männlich Chor, gehrs noch so bitter ein,
Euch bloß um k^gen-Lohn zur Tafel dienstbar seyn.
So sprach ich, als ich laß, mit was vor Geist und LebenDie edle Brennern: den Versen Krafft gegeben:
Ich schätzte, lobt und prieß das Ufer um den Best,
Der so ein seltnes Licht in Norden aufgestellt.
Apollo kam dazu, und fieng mich arischesten:
So geht es, brach er aus, was fremd ist muß stets gelten;Du lobst diß Buch, und recht; doch hast du, wie ich seh,Diß,was du hier erhebst, viel besser in der Näh:
Besinnst du dich denn nicht auf unsre Mariane?
Mein Tempel sehnt sich schon nach ihrer Ehren-Fahne;
Er