8;6 Trochäische Vers-Briefe.
Ja, verführt die Heucheley mein entschuldigtes Gewissen,
Dich allhier um neue Gunst bloß aus Eigennutz zu küssen;
O so werden meine Glieder mit derHiobs-Quaal geplagt,
Und mein Fuß mit Cains Schrecken in der Welt herum
gejagt!
Adams Erb * Schuld nehm ich aus: Mangel sind uns ange-
bohren
Und ich habe tausendmahl mich auch ausser mir verlohren.
Schlüge GOtt mit Blitz und Keilen gleich auf solchen Fehl-
Tritt zu,
O wie wenig würden Greisse? und wo blieben ich und du?
Daß du mich gezeugt, genehrr, unterrichtet und geführet.
Ist ein Lorbeer, der dein Haupt auch noch auf der Bahre zieret;
Ich erkenn' es in der Stille, obgleich ängstlich und betrübt,
Weil mir weder Zeit noch Glücke Mittel zur Vergeltung
giebt.
Wenn der Morgenröthe Glantz an dem blauen Himmel blickte,
Und der frühe Garten-Bau dir so Hertz als Aug entzückte,
Machtemir dein muntres Schertzen Federn und Papier be-quem,
Und dein rüstiges Exempel Kiel und Bücher angenehm.
JD wie mancher Abend-Stern sah mich unter deinen Lehren?
Damahls lernt ich als ein Kind Rom und Griechenland ver-ehren,
Wenn mein Ohr an deinem Munde mit erhitzter Sehnsucht
hieng,
Und der Nachdruck beyder Sprachen lustig ins Gedächtniß
Alleskonnt ich nach und nach,so zu reden spielend fassen,Was dieKnaben sonst bewegt, daß sie Buch und Feder hassen,Weil der Schul-Fuchs Lust und Liebe mit der Ruthe nie-derschlägt,
Und durch so viel tolle Regeln auf die strengste Folter legt.Um nur hinter den Bestand meiner Neigung recht zu kommen,Hast du mir offt selbst das Buch als zur Straffe weggenommen:Diese wohl gemeynte Klugheit mehrte sonderlich in mir(.Kinder thun verbochne Sachen) Fleiß und Epftr und
BiKier.
Laß