Buch 
Sammlung von Johann Christian Günthers, aus Schlesien, bis anhero herausgegebenen Gedichten / Auf das neue übersehen, und in einer bessern Wahl und Ordnung an das Licht gestellet. Mit einem Anhang und Register, Nebst einer Vorrede von den so nöthigen als nützlichen Eigenschafften der Poesie, wie auch bey dieser Dritten Auflage mit des Autoris Leben vermehrt
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Verschieone Jugend-Proben. __

kleine Werck-Mörge so züchtig stellt? Frikschel! puffe das ^Patschel, puffe! diese Frau wird dir ins künfftige manche !1fette Butter-Schnitte mit in die Schule geben. -

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Gelendr, Es sey darum! wo deine Reden wahrhafftig, deine .'iWorte aufrichtig, dein Hertze redlich und deine 2iebe unge- s,heuchelt sey, so wirst du dich für dißmal über meine Wider- |spenstigkeit nicht zu beklagen haben. d

folyU Schlag ein! die Haut ist verkaufft, Oelenöris ist eine 'Braut und Polylogu^on neuen ein Brauiigam. Aber "

halt! halt! potz tausend halt, halt! Jetzt besinn ich mich daß «

jchin der Ehe-Beredung meinem ersten Weibe versprechenmüssen, mich nach ihrem Tode nimmermehr zu vcrheyra» ?then- Fürs andere habe ich in meinem ersten Ehe-Bene somanches Creutz gefunden, daß ich mir ein neues beyzulegenBedencken trage. Fürs dritte ist mir schon bekannt, wasfür Verwirrungen, Zanck, Streit und Unruhe nach mei-nem Tode unter zwcyerley Kindern entstehen dörfften. Doch &kanstdu mich des Gelübdes entledigen, mix lauter gute Tage iin der Ehe versprechen, und was ich hauptsächlich wünsche, .mich zugleich versichern, nicht in die Wochen zu kommen, somag dergeschlossene Contract gelten.

Gekndr, Um das letzte hat es keine Noth, denn davor macht' mich die Erfahrung schon sicher, aber um die ersten beydenPuncte steht es gar gefährlich. Nach - Reue hilsst nicht,Vorbedacht schabt nicht, der Handel ist geschehen, was ein-malausgemacht, kan nicht geändert werden.

Folyl, Nein! nein! ich bleibe, wer ich bin. Ein gewitzterMann stehet für zwey, und ein gebranntes Kind fürchtet sichdes Feuers. Im ersten Jahre meiner Ehe, da hing derHimmel voller Geigen, hernach fielen sie herunter, und wur-den lauter Leyern daraus. GOtt hat mich einmal gestrafftund hat mich gelehrre, daß es wahr seyn muß: Adam müssegewiß gesündiget haben, ehe er ihm ein Weib gegeben. CMeine erste Hauß-Ehre sagte niemals Ja, es wäre denn,daß sie hatte sollen Nein sprechen, und sie that mir alles, was

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