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dieser Haß Jedem natürlich und weit ab von einer tieferentragischen Wirkung. Auf dem Widerspruch der Natur,darauf, daß Klytämnestra den Gatten tödtet, den sie liebensollte; daß Richard III. den Thron seines Neffen gewalt-thätig einnimmt, statt den Knaben zu beschützen, beruhtdie Tragödie. Dennoch hat dies so einfache und klareGesetz von Paul Heyse keine Beachtung in seinem neuenSchauspiel erfahren. Seine Dichtung „Colberg" ist nichtsals eine dramatisirte Chronik, der jede Verwickelung, jedeSpannung auf den Ausgang hin fehlt, die durch Erzäh-lungen im ersten, zweiten, vierten Akt mühsam weiter ge-führt wird und in jedem Akt eine neue Hauptperson inden Vordergrund schiebt. Bis auf einen Hans Dampf,einen jungen Kaufmann, Heinrich Marx, der Paris gesehenhat und ein begeisterter Bewunderer des Kaisers ist, sindalle Colberger einig in ihrer Liebe zu ihrem preußischenVaterlande und zur ausdauernden Vertheidigung ihrer Stadtentschlossen, Männer und Frauen; in der Jungfrau RoseBlank besitzen sie sogar etwas wie Goethe's Clärchen undSchiller's Jungfrau von Orleans. Ihr größtes Unglück sindnicht die Franzosen draußen, sondern der alte Commandantdrinnen. Als ihnen in Gneisenau von dem Könige FriedrichWilhelm III. ein neuer Führer gesandt wird, ein Bayardohne Furcht und Tadel, am Schluß des zweiten Aktes,ist ihre Noth im Grunde zu Ende. Brächte nicht dieTollheit des jungen Schwärmers, der aus Gneisenau seinPistol abfeuert, weil er ihn für den begünstigten Lieb-haber Rose's hält — Schicksal aller Brackenburg's gegen-über den Egmont's! — einige Bewegung in die Lange-weile der Belagerung, so wäre das historische Schauspielmit dem zweiten Akte beschlossen. Der Patriotismus