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Gespräch zwischen Brutus und Collatinus die Phrase vor;mit seinem Schlachtlärm, seinen sterbenden Helden undder cnmäischen Sibylle wirkt der Schluß opernhaft.Unverkennbar spricht sich das Talent des Dichters in derBehandlung der Sprache, in der Schilderung einzelnerScenen aus, aber zur Erfindung einer einheitlichen, span-nenden Fabel, zur Motivirung und Vertiefung dessen, waser als rohen Stoff der Geschichte entnimmt, zur reicherenGestaltung und tieferen Beseelung seiner Charaktere ge-bricht es ihm noch an Weite und Kraft.
Die beiden Hauptrollen, Brutus und Collatinus, wur-den von den Herren Dessoir und Bernd al in vorzüg-licher Weise dargestellt. Herr Dessoir hatte die schwierigeAufgabe, gleichsam eine Scala der Leidenschaften durch-zumachen, während Herr Berndal einen edelherzigeu, lei-denden, schuldlos von Menschen und Göttern gekränktenHelden den Zuschauern vorzuführen hat. Der Uebergangdes Narren Brutus zu dem Heroen wurde von HerrnDessoir im dritten Akte in ergreifendster Weise gemacht;später verliert sich die Gestalt des Brutus so sehr in dasAbstrakte, wird so ganz aus einem Menschen von Fleischund Blut zum Schemen, daß auch der Schauspieler sienur mäßig zu beleben vermochte. Herr Berndal ver-diente sich vor Allen den Beifall des Publikums durch diemaßvolle und würdige Behandlung der Scene vor demSenat, der er einen Zug alterthümlicher Einfachheit,Strenge und echter Mannestugend gab. Die übrigenGestalten treten, wie schon angedeutet, nur vorübergehendauf und machen keine tiefere Entwickelung vor unserenAugen durch. Fräulein Erhärtt als Lucretia und HerrKaiser (Lucretius) besitzen noch die schärfste Individualität