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aus entwickelten sich jene tragischen Liebes- und Ehestands-geschichten, welche dem Zeitalter der Renaissance zugleichein so düsteres und poetisches Gepräge verliehen haben.Ein eigenthümliches Berhängniß verfolgt diese Menschen:oder besser, aus ihren ungezügelten Leidenschaften, ausdem Drang und Hochmuth bedeutender Naturen, Alleswagen, nach Allem streben zu dürfen, was ihnen wün-schenswert!) erscheint, entwickelt sich das Schicksal, das siezuletzt zermalmt. So muß dieser Paolo Giordano Orsini,den wir in Mosenthal's Drama seine Gattin Jsabella er-drosseln sehen, wenige Jahre später, obgleich er schon einFünfziger war, in wilder Liebe zu der schönen und reizen-den Vittoria Accoramboni, die ihre Zeitgenossen als dieerste Frau Italiens rühmten, entbrennen und ihren GemahlFrancesco Peretti auf offener Straße, zu Rom, auf demQuirinal, in einer Aprilnacht des Jahres 1581 ermordenlassen. Trotz päpstlicher Verbote heirathet er die Gattindes Erschlagenen, verläßt mit ihr das päpstliche Gebietund stirbt im Veuetianischen zu Salo in ihren Armen,im November l585, mit der dunklen Ahnung, daß ihr, derHeißgeliebten, ein schreckliches Geschick aufbehalten sei.Nur zu richtig hatte er geahnt: Ludovicv Orsini, einerseiner Vettern, überfällt in der Nacht vorn 21. zum 22. De-cember das Hans, in dem Vittoria zu Padua wohnte, undermordet sie unter Umständen, die noch heute dem Leserdieser Dinge Grauen und Entsetzen einflößen. Und nichtim Geschlecht der Orsini allein spielen solche Tragödien.Der Herzog von Paliano, ein Verwandter des PapstesPaul's IV., hatte ebenfalls seine Gemahlin getvdtet undwurde dafür unter dem Pontificat Pins' IV. im Gefäng-niß enthauptet. Zu jenem durch Kunst und Bildung hoch-