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Die Darstellung wie die Jnscenirung waren gleichlobenswerth. Im wirksamsten Gegensatz steht das alt-jüngferliche Zimmer Tante Theresens zu dem prächtigenFestsaal Gabrielens. Lebhaft tritt so die Verschiedenheitder beiden Charaktere auch in ihrer Umgebung und Lebens-form äußerlich ergreifend hervor. Tante Therese ist eine derglücklichsten und wahrsten Schöpfungen der Frau Erhartt;das braune Kleid, der kleine weiße Kragen, die ganzeHaltung und Bewegung, der freundliche, herzliche unddann doch wieder ein wenig bitterliche Ton, den sie an-schlägt, gaben ein so richtiges und anziehendes Portraitnach dem Leben, daß der Zuschauer beinahe jeden Ein-wand gegen die Möglichkeit der Situation vergißt. Ingleicher Trefflichkeit und Natürlichkeit, in der Harmlosig-keit der Unschuld und des Künstlerthums spielt HerrLudwig den jungen Maler. Mit lustigem Humor, inseiner Hervorhebung des tieferen gemüthlichen Untergrundsder Figur steht ihm Herr Liedtcke als Doctor Bredowzur Seite. Fräulein Keßler als Gabriele und FrauNiemann als Helene sind in ihrem eigentlichen Lebens-element und die Herren Berndal (Eßberg), Oberlaender(Götzen) und Dehnicke (Krone) vollenden angemessen undwirksam das Gemälde. Das Schauspiel fand eine durch-aus freundliche Aufnahme; die Hauptdarsteller wurdennach jedem Akte, nach dem vierten der Dichter gerufen.
Ende des ersten Bandes.