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handelt es sich bei Schiller um Balken und Bretter, nichtum die Steinmauern. Gelungener ist das Bild, das unsden Bau der Feste zeigt: ein gruppenreiches und anschau-liches Gemälde auf einem breiten Hintergründe. Die ersteScene, anfangs mit dem lachenden und dann mit demtobenden See; die hohle Gasse bei Küßnacht mit demBrautzug und mit der Procession der barmherzigen Bruderreihen sich in zweiter Linie der Rütli- und der Schußscenewirkungsvoll und mannigfach belebt an. Daß Geßler undRudolf der Harras in der hohlen Gasse nicht zu Pferdeerscheinen, beeinträchtigt die Wirkung gerade dieser Scenein empfindlichster Weise. Ich weiß Alles, was man gegendas Vorführen von Pferden oder Hunden auf der Bühnesagen kann, aber in diesem Falle hilft keine ästhetische,keine praktische Einwendung. Die ganze Scene erhälteine komische Färbung, wenn die beiden Ritter gemächlichdes Weges daherkommen. Unter die Pferdehufe drohtArmgart ihre Kinder und sich selbst zu werfen; wirmüssen ihre augenscheinliche Gefahr, die trotzige Unbarm-herzigkeit Geßler's sehen, um nachher mit ihr aufjubelnzu können: „seht Kinder, wie ein Wütherich verscheidet!"Gerade von den Meiningern erwartet man nicht, daß siesich solche Effecte, die recht eigentlich aus dem tiefstenWesen der Dichtung hervorspringen, scenischer Schwierig-keiten wegen entgehen lassen.
Sonnabend, den 3. Juni, führte die Gesell-schaft des Meininger Hoftheaters zum ersten Male „DieKronprätendenten", ein historisches Schauspiel in fünfAkten, nach dem Norwegischen Henrik Ibsen's, für die