Clara Lielliike,
-geboren 1818, gestorben 1. Oktober 1862.
9!ie tritt an uns, die wir in diesen Tagen allgemeinerBewegung durch die Thatsachen, die Statistik, die philo-sophische Betrachtung und sogar durch die Geschicht-schreibung daran gewöhnt werden, in dem großen Welt-ganzen den Einzelnen geringer zu schätzen und, indemwir die Fortschritte der Menschheit suchen, das Einzel-dasein aus den Augen zu verlieren, das Persönlichemächtiger, sein Recht fordernd heran, als wenn von her-vorragender Stelle eine jener Erscheinungen, welche dieErde schmücken, im Tode verschwindet. Dann möchte einJeder gern, der ihr irgendwie im Leben nahe gestanden,diese Persönlichkeit vor jener Vergessenheit, der sie nundoch einmal unrettbar anheim gefallen ist, bewahren, umso mehr, wenn Nichts von ihr für die Nachkommen bleibt,aus dem wenigstens ihr Genius ein ewiges, unzerstörbaresWort spricht. So lange es noch Kaiser auf Erden giebt,lebt Julius Cäsar im Angedenken der Menschen; seineTrauerspiele überleben Shakspeare, seine Lieder Goethe,seine Bilder Raphael. Eine Kunst aber geht dahin wieder Rauch --- die Schauspielkunst. Auf Treue und Glaubenmuß der Sohn hinnehmen, was der Vater ihm von denHelden und Heldinnen der tragischen Kunst zu seiner Zeit