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[Zweiter Band]
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sind und andere Dinge, Verhältnisse und Entwickelungenden Platz derselben eingenommen haben, von dem Hervor-treten jedes größeren schauspielerischen Talents eine Erneue-rung der tragischen Dichtung, eine Wiederbelebung jenerSchöpfungen, die wir unter dem Namen der klassischenzusammenfassen, hoffen. Denn wie die großen typischenund idealen Gestalten der christlichen Malerei immer mehrim Lauf der Jahrhunderte zu bloßen Schemen verblaßtsind, so werden auch auf der Bühne in beständigerWiederkehr die Figuren Shakspeare's und Schiller's,Lessing's und Goethe's, die einst von bedeutenden Dar-stellern volles Leben, Farbe und Bewegung empfingen,immer leerer, starrer, farbloser. Unseren Nachbarn ist esnicht anders gegangen; den Franzosen war ihre klassischeTragödie im Ausgang der dreißiger Jahre zu einemkahlen Baum ohne Blätter und Blüthen geworden; dietheatralischen Erfolge der jungen romantischen Schule ausden zweiten Theatern der Hauptstadt hingen auch damitzusammen, daß ihnen das Tlmütro timiiyam kein schau-spielerisches Talent entgegenstellen konnte, das Corneille undRacine in Wahrheit verkörpert hätte. Allbekannt ist der Um-schwung, den hier Rachel Felix herbeiführte. Die Blüthedes deutschen Theaters ist an die Namen Eckhof, Schröder,Charlotte Ackermann, an Fleck und Jffland und jeneWeimarische Schule geknüpft, die Goethe und Schiller ge-bildet. In Berlin haben dann drei Talente voll Originalitätund Kunst, Ludwig Devrient, Seydelmann und AugusteCrelinger, den Ruhm deutscher Schauspielkunst aufrecht er-halten und der Seele unseres Publikums gewisse bestimmendeEindrücke hinterlassen, welche im Großen und Ganzen unsallen noch als Gesetz und Maß des Schönen und Er-