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von Hamlet liegt indessen auf einer ganz anderen Seite.Rossi greift in zwei Punkten fehl: er giebt der Gestaltvon Anfang an einen so sentimentalen und weichmüthigenAusdruck, daß die Ironie, die übersprudelnde Verachtunggegen „das ganze Treiben dieser Welt", der sich aufbäumendeStolz des Prinzen gar nicht hervortreten können, und erverstärkt diese melancholische Anlage noch dadurch, daß eraus dem halben Wahnsinn Hamlet's im zweiten Akt einenwirklichen macht. Wo wir in der Scene mit Ophelia dieLiebe hören wollen — die Liebe, die entsagen muß undzugleich doch zu selbstsüchtig ist, um frei entsagen zukönnen — sehen wir nur einen Tollen vor uns. Aber dieAufgabe ist, ein edles gebrochenes Herzs einen idealischangelegten Menschen auf der schmalen Scheide darzustellen,die zwischen dem tiefsten Schmerz und den wildesten Ge-danken des Wahnsinns hinläuft. Meisterhaft wie imOthello ist das Mienenspiel, die natürliche, bewegte Ge-berdensprache, die gute Maske, die Plastik der Stellungen.Das ist ein Ritter, ein Prinz, sagen wir; jede Bewegungentspricht der Wahrheit und ist — von einigen Ueber-treibungen, die aber vielleicht nur unseren nordischenAugen so erscheinen, abgesehen — schön. Nach dieserRichtung hin ist die Fechtscene vollkommen und be-wunderungswürdig in ihrer Art. Der beim Lesen desTrauerspiels und in den Darstellungen der meisten Schau-spieler so schwer begreifliche und unwahrscheinliche Wechselder Rapiere zwischen Hamlet und Laertes vollzieht sich unterRossi's Hand so blitzschnell, so natürlich, daß wir uns fragen:wie konnten wir nur einen Augenblick an der Möglichkeitdes Vorgangs zweifeln! Und Alles in dieser Scene istvortrefflich: das Ergreifen des Rapiers, der Gruß gegen