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Die Jesuiten.
sich begeben, d. h. auf die des Höflings und Sol-daten. Hierzu brauchte man nur Gewandtheit inkörperlichen Uebungen und ritterlichen Bräuchen. Be-schwerung mit Kenntnissen war überflüssig; doch hatteder junge Jnigo seine spanische Muttersprache lesenund selbige auch notdürftig schreiben gelernt, bevorer als Page in die Dienste König Ferdinands desKatholischen trat. Etwas später wurde er unter dieKnappen des Dugue de Najara aufgenommen. So einePagen- und Knappenschaft diente aber im damaligenSpanien als Vorschule für den Dienst als Offizier.
Selbst die zärtlichsten Biographen Loyolas — wirfolgen dem allgemeinen Brauch, den „Gründer" nichtmit dem Namen seiner Familie, sondern mit dem seinerGeburtsstätte zu bezeichnen —, ja selbst seine zärt-lichsten Biographen in alter und neuer Zeit, wie Maffei,Gonzalez, Ribadeneira, Genelli, Brühl, haben vondem jungen Jnigo nichts zu melden gewußt, was denspäteren Heiligen hätte ahnen lassen. Er war einPage, Knappe und Mtter und nach dem Schnitt undStil der spanischen Ritterschaft seiner Zeit. Cervanteshat den Typus in seinem herrlichen Buche vom DonQuichotte unsterblich gemacht, den in die Sphäre desIdeals erhobenen Typus spanischen Rittertums. AuchJnigo war stark donquichottisch angehaucht. Glühendvon Ehrgeiz lind Ruhmesdurst, ganz erfüllt von jenemGeiste der Abenteuerlichkeit, welcher in Loyolas Zeit-