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Letzte Gänge / von Johannes Scherr
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Im Hürsaal.

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revolutionäre DreieinigkeitFreiheit, Gleichheit, Brüder-lichkeit" hat ebenfalls Berge versetzt oder ganz weggefegt,Berge nämlich von mittelalterlichem Wust und Unrat,welche im gewöhnlichen Schlendrian sich noch langezu halten und zu behaupten vermocht hätten. DieRevolution war wie einer jener wütenden, höchst auf-regend aus die menschlichen Nerven wirkenden Föhn-stürme, welche in der Schweiz den Frühling zu ver-kündigen und zu bringen pflegen. Sie fegen ungeheuereLasten von Winterschnee weg, sie bringen sozusagendas ganze Leben der Natur wieder in Gang, sie bahnendem früchtereifenden Sommer die Wege, welchemSommer freilich immer wieder der Winter folgt indem momentanen Kreisläufe des Jahres. Ja, der Föhn-orkan der Revolution hat das Mittelalter weggetaut,weggeschmolzen, weggefegt. Er hat auch den Absolu-tismus weggeblasen, wenigstens theoretisch und prin-zipiell. Die Revolution bewerkstelligte demnach einenungeheueren politischen Vorschritt, indem sie an dieStelle des Absolutismus den Konstitutionalismus setzte,diese für die Völker, wie sie nun einmal sind, ganznaturnotwendige Vorschule des Demokratismus. Mankann also mit Grund sagen, daß die Revolution ihrestaatliche Aufgabe im ganzen und großen gelösthabe. An ihrem sozialen Problem dagegen istsie vollständig gescheitert. Natürlich! Denn dieGleichheit der Menschen und Völker ist ein

Icherr, Letzte Gänge. . 12