Im Hörsaal,
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Man hat die Smithsche Theorie, im Gegensatzezu dem Colbertschen Merkantilsystem und im Gegen-satze zu dem Quesnayschen sogenannten ökonomistischenoder physiokratischen System, als das Jndustriesystembezeichnet. Es hat in seiner Anwendung zweifelsohnehöchst mächtig und wohlthätig gewirkt. Aber auch seineSchattenseiten haben sich deutlich und schmerzlich genugbemerklich gemacht. Das »laisson tuirs!" oder „laissWaller!«, welches das Smithsche System predigt, darfkeineswegs etwa als der volkswirtschaftlichen Weisheit„letzter Schluß" genommen werden. Auch dieses Systemkränkelt eben an jener Einseitigkeit, welche allem mensch-lichen Denken und Thun, auch dem besten, anhaftetund eine immanente Notwendigkeit des Kampfes umsDasein sein zu müssen scheint. Denn nicht nur dieNatur oder nur die Arbeit oder nur das Kapital,sondern vielmehr alle drei mitsammen erzeugen Werteund Güter. Träumer und Phantasten, welche diemenschliche Natur nicht kennen und von der Geschichtenichts wissen wollen, fabulieren, es müßte und könnteeinmal das Gleichgewicht der genannten drei großen