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Vierter Band
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HmidertundzweiteS Kapitel.

geboren 1634 zu Paris, 1655 mit dem Grafen Lafayette ver-mählt, verlebte ihre glänzendsten Tage an dem Hof des jugend-lichen Ludwig XIV., trat um 1665 in eine intime Verbindungmit dem Herzog von Rochefoucauld und zog sich mit diesem VomHof und aus der großen Welt zurück. Sie starb Ende Mai1693. Ihre poetischen Produktionen waren großenteils unteranderm Namen erschienen. Die kleine Erzählung: „Die Prin-zessin von Montpensier" („lla?rinos88ö äs Nontxsasisr",1660), welche den Reigen derselben eröffnete, erwies zuerst dieFähigkeit der vornehmen Schriftstellerin, mit bescheidenen ein-fachen Mitteln eine poetische Wirkung hervorzubringen. Dergrößere Roman „Z ayda" (erster Druck unter Segrai's Namen,Paris 1670) war in der Erfindung und namentlich in der Dar-stellung der Liebesverhältnisse noch ziemlich so abenteuerlich undunwirklich wie die Romane der Scudery, aber freilich im Dialogknapper und bewegter als „Clelia" oder „Der große Cyrus".Viel höher stand „Die Prinzessin von Klebe" („l.a kein-LLSLö äs LIsvs«", Paris 1678), bei welcher sich in der Thatdurch Lebendigkeit und Interesse der Fabel, größere Wahrheitder Charaktere, durch ungekünstelten freien Fluß der Darstellungschon der Einfluß der neuen Schule verrät, die seit den siebzigerJahren maßgebend in der französischen Litteratur ward.

Als ein letzter, ziemlich selbständiger und interessanter Ver-treter der unter italienischen und spanischen Einwirkungenstehenden Litteratur und jener leichten, äußerlichen Geistreichig-keit, welche die Schriftstellergeneration der zwanziger und dreißi-ger Jahre gepflegt hatte, demgemäß als entschiedener Opponentgegen die mehr und mehr zum Siege gelangende Richtung, alsderen größte Bahnbrecher Malherbe und Corneille aufgetretenwaren, erscheint Paul Scarron, dessen Persönlichkeit imVerein mit dem märchenhaften Schicksal seiner Witwe dieErinnerung an ihn lebendig erhielt, als die Mehrzahl seinerDichtungen und Schriften schon vergessen war. Scarron war1610 oder 1611 als der Sohn eines vermögenden Parla-mentsrats zu Paris geboren, verlebte eine sorglose und wie esscheint ziemlich lockere Jugend und dachte an keine ernstlicheBerufswahl, nahm aber, um gelegentlich geistliche Pfründenerhalten zu können, die kleinen Weihen. 1638 befiel ihn infolgeeines übermütigen Karnevalscherzes eine schwere Krankheit,welche den lebensfrohen jungen Mann in einen Krüppel der-