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HundertundvierLes Kapitel.
(erste Sammlung, Paris 1675; revidierte vollständigere Aus-gabe in 8 Bänden von La Grange und Vinot, Paris 1682;beste neuere Ausgaben von Moland 1863 — 64, von E.Despois und P. Mesnard) enthalten, mit Ausnahme einigerentweder verloren gegangenen oder in spätere Stücke hineinver-arbeiteten kleinen Spiele Molieres, sämtliche in Paris von 1658bis 1673 ausgeführten Dramen des Dichters sowie eine Anzahlvon Gelegenheitsdichtungen, welche für Versailler Hoffeste ver-faßt und dargestellt wurden. Die Reihe der größer» Lustspielebeginnt mit „Der Unbesonnene" („I/Ltourckl"; erster Druck,Paris 1663), dem unzweifelhaft eine italienische Komödie Var-bieris zu Grunde liegt, das sich aber bereits durch die größereLebendigkeit der Charakteristik in der Gestalt des Mascarille,die freie Leichtigkeit des Dialogs vor seinem Vorbild auszeich-nete. Im übrigen sind es noch die Figuren und die possenhaftenAbenteuer des italienischen Lustspiels, welche uns hier begegnen,und der Schluß ist nicht einmal so glücklich, als er bei Barbierterscheint. Viel reifer und selbständiger war Molieres Kunstschon in dem 1656 verfaßten Lustspiel „Der Zwist der Ver-liebten" („Us ääpit Lnitnirsux"; erster Druck, Paris 1663),welches sich in der Handlung gleichfalls einem italienischenVorbild, des Niccold Sacchi, anschloß, aber dafür in der Cha-rakteristik bereits ganz emanzipiert erscheint und verrät, wohindie wachsende Kraft Molieres strebte. „Im „vaxit anroureux"erscheinen schon scharf gezeichnete Charaktere, unter denen einigemit echt französischer, ganz nationaler Munterkeit und Grazieausgestattet sind. Die bei weitem glänzendste Partie des Lust-spiels , die vier Rollen des Erasto, der Lucile, des Gros Reneund seiner Mariette, sind durchaus Molieres Schöpfung. Na-mentlich ist Lucile mit reizenden Farben geschildert, und mandarf sie wohl als die erste hervorragende Frauenrolle in derfranzösischen Komödie ansehen. Sehr mit Recht hat Molieredaher sein Lustspiel nach dem Zwiste dieser beiden Paare benannt."(W. Baudissin, „Molieres Lustspiele", Bd. 2, S. 7.)
staltet zu haben. In der Nürnberger Sammlung „Histrio «aiiieus, 6o-mieo 8-axrieus" (Nürnberg 1694) sind wahrscheinlich diese DeltheimschenÜbersetzungen enthalten. — Die besten neuern Übertragungen stammen vonW. Gras Baudissin („Molieres Werke", Leipzig 1866—67) und Ad. Laun(„Molieres Charakterkomödien", Hildburghausen 1865).