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Vierter Band
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Die klassischen Prosaisten.

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1632 zu Bourges geboren, früh in den Jesuitenorden einge-treten, predigte seit 1670 öfters Vor Ludwig XIV. und seinemHof und entfaltete feit 1686 auch bei der Bekehrung der Huge-notten in Südfrankreich eine hervorragende Thätigkeit, zeigtesich aber hier minder fanatisch und milder als die große Zahlder Bekehrer. Später lebte Bourdaloue fast ausschließlich denWerken der Mildthätigkeit, besuchte Gefängnisse und Hospitälerund starb wenige Wochen nach Bossuet am 13. Mai 1704 zuParis. Seine Pr»digten verdienen hauptsächlich um der außer-ordentlichen Klarheit der Anordnung und um des schlichten Aus-drucks einer unerschütterlichen Glaubenskraft willen ihren Rangin der Litteratur. — Minder hoch als Bourdaloue stand EspritFlechier, geboren am10.Juni1632 zuPernes inVenaissin, alsBischof von Nimes am 16. Februar 1710 zu Montpellier ge-storben. Flechier versuchte sich als lateinischer und französischerDichter, hatte aber seinen litterarischen Ruf und seine Bedeu-tung lediglich seinen Kanzelreden zu danken, unter denen wie-derum die „Trauerreden" („Oi-ai^ons luaebrss"; erster Druck,Paris 1681; neueste Ausgäbe, ebendas. 1872) den Borrang be-anspruchen. Auch in den berühmtesten dieser rhetorischen Meister-stücke, den Predigten auf Turenne und auf Bossuet, erreichtFlechier seinen Meister nicht; feine Rhetorik hat schon einenAnhauch von rein akademischer Eleganz.

Um so höher erhob sich dafür der letzte von den vier großenKanzelrednern des französischen Klassizismus, Jean BaptisteMassillon, welcher zum Teil schon in die nächste litterarischeGeneration und Periode hinüberragte. Massillon ward am24. Juni 1663 zu Hyeres in der Provence geboren, trat 1681 indie Kongregation des Oratoriums, fungierte später als Direktordes Seminars St. Magloire zu Paris und ward 1704 Hofpre-diger Ludwigs XIV. Der Herzog von Orleans als Regent er-nannte den schon gefeierten Prediger, welcher 1719 auch Mit-glied der Akademie ward, 1717 zum Bischof von Clermont undgab ihm den Auftrag, jene berühmt gewordenen Fastenpredigtenvorder» jugendlichen Ludwig XV.zuhalten, deren unerschrockenerund großartiger Freimut an die besten Zeiten der Kirche ge-mahnte, während die Schönheit, Kraft und Würde des Stilssie den besten Leistungen französischer Beredsamkeit zugesellten.Massillons Leben währte noch die erste Hälfte der RegierungLudwigs XV. hindurch, er starb am 18. September 1742 zu