Die französische Schule in der deutschen Dichtung.
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Leipzig von der Theologie zu philosophischen Studien, lebte imengsten Verkehr mit Giscke und Gärtner und befreundete sich auchmit Klopstock. Im Jahr 1748 als Lehrer am Kollegium Caro-linum zu Braunschweig angestellt, ward er daselbst Professor undstarb als braunschweigischer Hosrat am 19. März 1795. Seine„Episteln und vermischten Gedichte" (Hamburg 1789)zeichneten sich in der Lyrik ihrer Zeit durch, leichten Fluß undgeschmackvolle Einfachheit aus; seine Übersetzung von Aoungs„Nachtgedanken" (zuerst 1754, dann 1760—71) schasste denmelancholischen Reflexionen des englischen Poeten in Deutsch-land die stärkste Verbreitung. — Auch Nikolaus DietrichGiseke, geboren 1724 zu Choba in Ungarn, gestorben 1765 alsSuperintendent zu Sondershausen, gleich Ebert in KlopftocksOden viel erwähnt, beteiligte sich an den „Beiträgen", schriebOden, Fabeln und Episteln, geistliche Lieder, welche nach seinemTod von K. Chr. Gärtner als „Poetische Werke" (Braun-schweig 1767) gesammelt wurden.
Zu den Mitarbeitern der „Beiträge", wenngleich nicht zu demKreis der Lebens- und Studiengenossen, der sich um die Zeit-schrift sammelte, zählte ferner ein jugendlicher Dramatiker, aufwelchen Gottsched vor vielen der um ihn vereinigten poetischen Ma-gister und Studenten große Hoffnungen gesetzt, und dessen Abfallfür den Geschmacksherrscher zu den ersten empfindlichen ZeichenVom Schwinden seines Einflusses und feiner Geltung gehörte.Johann Elias Schlegel, geboren am 28. Januar 1718 inMeißen, studierte zu Leipzig und begann hier, anfänglich imvölligen Einklang mit der Gottschedschen Geschmacksrichtung,der er sich später wenigstens theoretisch bestimmter und klarer ent-wand als die übrigen Bremer Beitrüger, seine poetischen, nament-lich dramatischen, Bestrebungen. Im Jahr 1743 ging er alsPrivatsekretär des sächsischen Gesandten nach Kopenhagen, wurdespäter Professor an der neugegründeten Ritterakademie zu Eoröund starb daselbst am 13. August 1749. Mit seinen letzten Tra-gödien und Lustspielen trug er zum Glanz der „Bremer Bei-träge" bei, deren Kreis ihm durch seinen jüngern Bruder, JohannAdolf, nahegerückt ward, und zu denen er übrigens nur in briefli-chen Beziehungen stand. Gleich seinen Genossen strebte er sich vonder bloßen nüchternen und steifen Korrektheit zu lösen und trach-tete nach einem lebendigen Inhalt, den freilich die Tragödien:„Kanut", „Lncretia" und „Die Trojanerinnen" sowie die