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HundertimdsechzchnteS Kapitel.
große Lebendigkeit der äußern Handlung verband, und in demsich namentlich die Gestalt des Ranger durch Lebensfrische undeine gewisse Originalität auszeichnet.
Indessen konnte es nicht ausbleiben, daß das Lustspiel durchdie moralisierenden Tendenzen in gleicher Weise geschädigt wardwie gleichzeitig in Frankreich durch Destouches und Marivaux.Die Hervorkehrung des Lehrhaften und die ausgesprochene Ab-sicht, das „Laster" niemals in einem freundlichen Licht erschei-nen zu lassen (was die echte Poesie ohnehin nicht thut), führtennaturgemäß dazu, die leichte Fröhlichkeit, die wahrhaft komischeDarstellung menschlicher Schwächen und Fehler aus der Komödiezu verdrängen oder bloße Mängel, Unzulänglichkeiten undvorübergehende Irrungen als „Laster" zu charakterisieren undzu karikieren, womit der unerfreulichsten Trockenheit Thor undThür geöffnet waren. Der natürliche Rückschlag gegen dassentimental-lehrhafte Lustspiel bestand nun darin, daß auf derBühne und aus den Bedürfnissen der Bühne wiederum einederbe Farce und Posse erwuchs, welche in demselben oder ineinem ähnlichen Verhältnis zum bürgerlich-moralischen Dramastand wie die gleichzeitigen Romane Fieldings und Smolletszu den Romanen Richardsons. Es war auch nicht zufällig, daßsowohl Fielding als Smollet an der Entstehung eines Lust-spiels Anteil hatten, welches freilich nicht in die Unsitte derWicherley-Congreveschen Komödie zurückfiel, aber die Bewegungund das dramatische Leben, welche dem moralisierenden Lust-spiel notwendig mangelten, durch die schärfste Satire auf Tages-erscheinungen und Tagesvorgänge, durch Karikierung einzelnerkomischer Figuren zu ersetzen trachtete.
Repräsentanten dieser Wendung des englischen Schau- undLustspiels waren vor allen Garrick und Foote. David Gar-rick, geboren am 20. Februar 1716 zu Lichfield, gestorben am28. Januar 1779 als Direktor des Drurylane-Theaters zu Lon-don, dessen hervorragendster Darsteller er zu gleicher Zeit gewe-sen war, machte sich als dramatischer Schriftsteller zunächst durcheine Reihe von Bearbeitungen älterer Stücke verdient. SeineOriginalstücke: „Das Fräulein von achtzehn Jahren"(„Nik-8 iu bor tesos", 1747), „Vornehmes Leben im Erd-geschoß" („Higk Ute bslov stairs", 1759), „Die heimlicheEhe" („Iks otavässtws wg,rriags", 1766), versuchten der Farceeinen etwas feinern Ton zu verleihen, ohne daß dieser Versuch