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Vierter Band
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Hundertundsiebzchntes Kapitel.

heit des Autors zeigte sich bald nach der Mitte des Jahrhundertsden Anstrengungen seiner Lebensweise wie seiner Arbeit nichtmehr gewachsen. Im Jahr 1749 war insofern eine Erleichterungseiner Lage eingetreten, als er das Amt eines Friedensrichtersvon Middlesex erhalten hatte, welches nur ein mäßiges Einkom-men gewährte, wenn es nicht durch schlimme Mittel zu einemeinträglichen umgewandelt ward. Meldung bewährte feine guteNatur dadurch, daß er imAmte die größtmögliche Uneigennützig-keit zeigte. Sein Leichtsinn wie seine Gutmütigkeit und Wohlthä-tigkeit waren eben gleich unverwüstlich. Bei der Zunahme seinerKrankheit beschloß er, in einem südlichen Klima Heilung zusuchen, und ging nach Lissabon, auch dort wie immer litterarischthätig. Am 8. Oktober 1754 starb er in der portugiesischenHauptstadt, in England von großen Freundeskreisen betrauertund trotz der gröblich ungerechten und gehässigen Kritik, mitwelcher Samuel Johnson und andre Bewunderer Richardsons ihnheimsuchten, unter die klassischen Autoren Englands eingereiht.

Fieldings dramatische Produktionen, die Lustspiele: „TomThumb", „Der falsche Arzt" (,,1'bs woolc äoetor"), „Daslistige Hausmädchen" („llbs iotrigumA olmmböriimiä"), ge-hören zu den lustigsten, lebendigsten Produktionen für die eng-lische Bühne, die nach dem großen Zeitalter der englischen Dra-matik entstanden sind; einen hohem poetischen Wert haben sie,wie fast alle diese Produktionen, nicht zu beanspruchen. Die echtpoetische und echt komische Kraft Fieldings bewährt sich durch-aus auf dem Gebiet der Erzählung. Unter seinen Romanen istgleich der erste: „Geschichte desJosephAndrews" („Uisioi-/»I>ä aävsntures otllossxb -l.oärevs", London 1742), ein entschei-dender Beweis dafür, daß der Autor nicht bloß die Affektationund gespreizte Moral der Richardsonschen „Pamela" bekämpfenwollte, sondern sich zu einer selbständigen und erst wahrhaftpoetischen Freude an dem von ihm dargestellten Leben erhob.Die Charaktere des bäurischen, treuherzigen, aber herzensreinenund herzenswarmen Joseph Andrews und seiner frischen, blühen-den Fanny, vor allen aber die herrliche Gestalt des armen Land-predigers Abraham Adams, der in seiner schlichten Äußerlichkeit,seiner Zerstreutheit so vorzügliche menschliche und echt priester-liche Eigenschaften birgt, sind wahrhaft gelungen, die Situatio-nen zum Teil von der heitersten Laune, zum Teil herzergreifend,in einem ganz andern Sinn rührend als bei Richardson. —