Band 
Erster Band.
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VIII

haltloser Aufrichtigkeit, und merkte auch solche Dinge an,die man sonst ungern dem Papier vertraut, deren Fest-halten oft unnöthig scheint, und die, von fremden Augengelesen, nothwendig den Schreibenden in ein nachtheiligesLicht stellen.

Wir lasten die psychologische Aufgabe, den Zusammen-hang zwischen jener Abwendung von der Vergangenheitund diesem beherzten Aufschreibetrieb erklärend nachzu-weisen, hier auf sich beruhen, sowie die Untersuchung,welchen näheren Zweck Gentz mit seinen Aufzeichnungenbeabsichtigt, und welchen weiteren Gebrauch er sich davongedacht haben möge. Genug, er führte persönliche Tage-bücher, und setzte sie über ein Vierteljahrhundert hinausbeharrlich fort, theils in französischer, theils in deutscherSprache, in klarer freier Schrift, ohne Hehl oder Ver-schleierung. Nicht so beharrlich, sondern nur zeitweise,jedoch gar nicht selten, hielt er neben diesen persönlichenTagebüchern auch noch litterarische, in welche er die Ge-genstände und den Ertrag seines Lesens einschrieb, fernersolche, die er politische nannte, in welchen er bestimmteStaatshandlungen in ihrer Abwicklung verfolgte, und vondenen die bekannte Denkschrift über die Oktobertage 1806ein glanzvolles Beispiel ist.

Gentz bewahrte seine Anmerke sorgsam und legte vonjedeni Jahre ein abgeschlossenes Heft zu dem wachsendenVorrathe. Jedoch scheint er geraume Zeit sie nicht wieder