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fand dort zwar keine Neuigkeiten (nur die Ungewißheitüber das Schicksal der russischen Armee dauert immer nochfort), wohl aber Briefe aus Hermannstadt, die mir nichtwenig willkommen waren, weil ich wenigstens einen Theil(1500 Gulden) meiner billigen Reklamationen erhielt. Hier-auf hatte ich auch mit Baron Münch ein Gespräch, wel-ches mich über die Unzulänglichkeit des gestrigen mit demFürsten einigermaßen tröstet. — Nachmittags ging ich aneine unangenehme Korrespondenz mit Hoch und der armenMadame Weber in Prag, die ich zwar bis auf denAbend fortsetzte, in welcher ich jedoch durch die über-raschende Ankunft des Generals Langenau aus Frank-furt auf's erfreulichste unterbrochen wurde. So ging dieserTag sehr befriedigend und interessant vorüber.
Den 23., Donnerstag. Folgte ein Tag von ganz an-derer Komplexion. In der Frühe hatte ich Besuch vonBacher und dem Postmeister Hausen, der von Salzburg,wo ich oft mit ihm zu thun gehabt, nach Grätz versetztworden ist. Um halb 12 kam ich zum Fürsten, und mußtehier, durch volle drei Stunden, einem unglücklichenVortrage über die ekelhafte herzoglich braunschweigischeSache beiwohnen. Dies verstimmte mich für den ganzenTag. Zu Hause fand ich den Baron Leykam, mit wel-chem ich eine Stunde lang über seine, auch nicht sehrerfreuliche Sache sprechen mußte. — Nach Tische fiel ichin eine Art von geistiger Erschlaffung, hatte zu keinemGeschäft und keiner Lektüre bestimmte Lust, und schlepptevon einer fragmentarischen Unterhaltung zur anderen. DasBuch von Andreassy über Konstantinopel entsprach meinenErwartungen im Geringsten nicht. — Zuletzt blieb ich beider Korrespondenz zwischen Burke und Laurence stehen, dieich bis zum Schlafengehen fortsetzte.